ARCH+ 173

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Erschienen in ARCH+ 173,
Seite(n) 32-33

ARCH+ 173

Neuland denken

Von Kil, Wolfgang

Die Lage _ In Ammendorf, einem Industrievorort von Halle, hatte der Schienenfahrzeughersteller Bombardier innerhalb von 14 Jahren 150 Millionen Euro staatliche Förderung erhalten. Dafür senkte der Global Player die Zahl der Arbeitsplätze von 23.000 (1990) auf 1.000 (1995). Nachdem es im März 2004 noch 750 waren, wurde in der Konzernzentrale in Montreal beschlossen, den Hallenser Standort zu schließen. _ Bei linearer Fortschreibung der aktuellen demographischen Entwicklung werden, so eine Berechnung des statistischen Landesamtes, im Jahr 2020 rund 80 Prozent der Bevölkerung von Halle außerhalb regulärer Erwerbstätigkeit stehen – weil sie entweder unter 20 oder über 65 Jahre alt sind. Diese Zahl potentieller Transferabhängiger würde also unabhängig von (und zusätzlich zu) jeder Arbeitslosenquote entstehen. _ In Dessau ist die Einwohnerzahl von 100.000 (1990) auf etwa 80.000 (2004) zurückgegangen, bis 2010 wird mit weiterem Sinken gerechnet. Derzeit stehen ungefähr 6.000 Wohnungen leer, bis 2010 werden es vermutlich 10.000 sein. Vor diesem Hintergrund wird am Bauhaus versucht, einen neuen Typ des Städtischen zu definieren: die fragmentierte Stadt, deren Elemente wie Inseln in heterogene Brachflächen eingebettet sind. Diese drei willkürlich herausgegriffenen Meldungen aus dem Land Sachsen-Anhalt beleuchten die Lage. In ganz Ostdeutschland sind an die Stelle des traditionellen Wachstumsmodells konjunkturunabhängige, d.h. eigendynamische Schrumpfungsprozesse getreten.

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