ARCH+ 172

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Erschienen in ARCH+ 172,
Seite(n) 24-28

ARCH+ 172

Werkstoffe - Eigenschaften als Variablen

Von Kraft, Sabine

“Wie du willst", sagte die Katze und verschwand diesmal ganz allmählich von der Schwanzspitze angefangen bis hinauf zu dem Grinsen, das noch einige Zeit zurückblieb, nachdem alles andere schon verschwunden war. “So etwas!" dachte Alice – “ich habe zwar schon oft eine Katze ohne Grinsen gesehen, aber ein Grinsen ohne Katze? Das ist doch das Allerseltsamste, was ich je erlebt habe!" Lewis Carroll, Alice im Wunderland Laut Vilém Flusser sind wir dabei, uns aus der Haltung des Unterworfenen aufzurichten und zu Entwerfern zu werden. Flusser sprach in diesem Kontext von den unendlichen Möglichkeiten der Computation, d.h. der neuen Zusammensetzung einer in Bits und Bytes zerlegten Welt. Wie weit diese Aussage trägt, wird in der Materialentwicklung – dem Pendant zur Virtualisierung – deutlich: Hier wird mittlerweile die Manipulation von Materie im atomaren bzw. molekularen Maßstab erforscht. De facto sind die Menschen schon etwas länger – seit mehr als 5000 Jahren – damit befaßt, Stoffe herzustellen, die so in der Natur nicht vorkommen, der atomare Maßstab ist also nur der letzte konsequente Schritt – und die nicht mehr unterschreitbare Grenze –, auch wenn heute vieles davon eher dem Reich der science fiction anzugehören scheint als der Wissenschaft.