ARCH+ 172

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Erschienen in ARCH+ 172,
Seite(n) 50-53

ARCH+ 172

Fallstudie 4: Geschäumte Materialien

Von Taraz-Breinholt, Schirin

Eigentlich sind Schaumwerkstoffe ein Widerspruch in sich. Schaum ist der Inbegriff des Ephemeren, ein aufgeblähtes, vergängliches Nichts, das als Metapher für Unbeständigkeit dient. Diesem "Nichts" Dauer und Stabilität zu verleihen, macht einen Schaumwerkstoff und die Kunst seiner Herstellung aus. Aber die Konnotationen von Schaum sind in sich selbst widersprüchlich. Schaum steht auch für die Ursprünge des Lebens – und das nicht nur im metaphorischen Sinn. Schaumblasen sind die ersten Abgrenzungen eines Innen und gelten als Vorläufer stoffwechselnder Zellen. Diese schaumige Herkunft läßt sich sogar in "massiven" Strukturen noch aufspüren: Natürliche Gerüste und Tragskelette sind in der Regel porös, was gleichbedeutend ist mit relativer Leichtigkeit. Schaum ist der denkbar ökonomischste Weg, den das Leben im Umgang mit Material gefunden hat...
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