ARCH+ 141


Erschienen in ARCH+ 141,
Seite(n) 24-30

ARCH+ 141

Einleitung: Das springende Universum

Von Jencks, Charles

Im Himmel wohnt kein Gott, der Prinz hat seine Frau verloren, und um die Welt steht es nicht zum besten. Seit über fünfzig Jahren ertönt die Klage, die Gesellschaft sei ohne Orientierung. Aber die Schwierigkeiten und Desorientierungen begannen schon früher; Kopernikus vertrieb den Menschen aus dem Zentrum aller Dinge, Darwin verlieh ihm einen Affen-Stammbaum, Freud formte seine liebende Seele zu einer impulsgetriebenen Psyche um, und Nietzsche natürlich feierte Gottes Tod, weil dadurch Freiheit und Macht des zukünftigen Menschen – des Übermenschen – gefördert wurden. In jüngster Zeit haben die Dekonstruktivisten und der Erzbischof von Canterbury – um nur zwei Gegenpole zu nennen – aus dieser säkularen Verschiebung unterschiedliche Schlüsse gezogen. In einem sind sie sich jedoch einig: Der Gesellschaft fehlt die Richtung, sie löst sich in zornige Fragmente auf. Viele Postmodernisten behaupten, sie sei aus dem Lot, weil es keine gemeinsame Philosophie gebe, keine “Metaerzählung”...

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