ARCH+ 132

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Erschienen in ARCH+ 132,
Seite(n) 40-41

ARCH+ 132

Was ist eigentlich aus dem Urbanismus geworden?

Von Koolhaas, Rem

Obwohl die Apotheose der Urbanisierung für praktisch jeden ersichtlich und rein rechnerisch unausweichlich ist, sorgt eine Vielzahl wirklichkeitsfremder Rückzugsgefechte für ein Hinausschieben des Jüngsten Tages der Fachdisziplinen Architektur und Städtebau.

Unser Jahrhundert hat sich vergeblich um eine Lösung des Problems der Quantität bemüht. Trotz seiner vielversprechenden Anfange und seines mehr als einmal bewiesenen Mutes ist es dem Urbanismus nicht gelungen, den Anforderungen der apokalyptischen Bevölkerungsentwicklung dieses Jahrhunderts in planerischer und praktischer Hinsicht gerecht zu werden. In den vergangenen zwanzig Jahren kletterte die Bevölkerung von Lagos zunächst von 2 auf 7, dann auf 12 und schließlich auf 15 Millionen Einwohner, und die von Istanbul verdoppelte sich auf 12 Millionen. Die Volksrepublik China macht sich auf einen noch viel dramatischeren Bevölkerungszuwachs gefaßt. Wie läßt sich das Paradoxon erklären, daß der Urbanismus als Profession genau in dem Augenblick verschwunden ist, in dem sich die Urbanisierung - nach Jahrzehnten ununterbrochenen Wachstums - anschickt, den endgültigen Triumph' der urbanen Lebensweise auf der ganzen Welt durchzusetzen?...
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