ARCH+ 166


Erschienen in ARCH+ 166,
Seite(n) 54-55

ARCH+ 166

Zu spät, zu früh, egal

Von Haubrich Forum Köln /  Kniess, Bernd conceptsued /  Neumann&Lutz

Genau deshalb sind wir hier. Nicht weil wir glauben, man könne noch etwas ändern, sondern weil man immer nichts ändern kann, darum sind wir hier. Wir sind hier, weil es zu spät ist! Wir wollen auf etwas aufmerksam machen, das dennoch geändert werden müßte! Wir wollen hier an diesem Ort gegen die Unveränderlichkeit protestieren! Wir sind hier, um mit allem Nachdruck für die Veränderungswürdigkeit einzutreten!" Als der Schauspieler Udo Kier in seiner Rolle als Protestredner für das Video Manu’s Spleen 2 von Rosemarie Trockel diese Worte sprach, rechnete keiner der Beteiligten mit den Wirklichkeitseffekten, die dieser Drehtermin vor der alten, vergessenen Josef-Haubrich-Kunsthalle haben sollte. Es war im Februar 2002 in Köln und wir waren zu spät. Aber wir haben es versucht. Wir haben versucht, den Abriß des Josef-Haubrich-Forums zu verhindern. Aus der singulären Aktion entfaltete sich eine Protestbewegung von Kulturproduzenten aus und in Köln, die in aller Heterogenität für das Weiterdenken, das Weiterbauen und Weiternutzen einer urbanen Struktur und einer Vision des Öffentlichen plädierte, wie sie in der demokratisch geprägten SechzigerJahre-Architektur des Josef-HaubrichForums (Architekt Karl Lammersen) präsent war und die in der Gegenwart unserer sich rasant ökonomisierenden Städte kaum mehr zu finden ist.

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