ARCH+ 164/165


Erschienen in ARCH+ 164/165,
Seite(n) 54-55

ARCH+ 164/165

Krieg den Städten

Von Graham, Stephen

Es ist bereits ein Allgemeinplatz, daß das 21. Jahrhundert das Jahrhundert der Stadt sein wird. Die großen Auseinandersetzungen um Globalisierung, kulturelle Diversifizierung, wirtschaftliche Neuordnung und Liberalisierung, Militarisierung, Informatisierung und ökologischen Wandel stellen sich zunehmend dar als Konflikte in den zentralen strategischen Arealen unserer Zeit: den zeitgenössischen Städten. Obgleich Städte schon immer eng mit militärischen Technologien, Interessen und Strategien verwoben gewesen sind, steht heute angesichts der Intensivierung der globalen Urbanisierung, der Verknappung der Ressourcen, der Ungleichheit der Chancen und des Bevölkerungsdrucks außer Zweifel, daß die Rolle des städtischen Terrains als Schauplatz von militärischen, sozialen und symbolischen Kämpfen immer stärker in den Vordergrund rückt. Wie man von Stalingrad und Dresden bis zu Grosny, Beirut, Sarajewo, Kabul und Ramallah erkennen kann, ist der “Urbizid" – das Ausradieren oder Negieren ganzer Städte – ein Kennzeichen zeitgenössischen militärischen “Erfolges". Es lassen sich insgesamt drei miteinander verbundene Auseinandersetzungen um die Stadt als strategischen Schauplatz herausfiltern...
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