Philippe Rahm: Constructed Atmospheres

Geschrieben am 08.10.2013
Kategorie(n): ARCH+ news, Philippe Rahm, Ausstellung, Architektur Galerie Berlin, Atmosphäre

Eröffnung: Dienstag, 29.10.2013, 19.00 Uhr
Begrüßung: Ulrich Müller
Einführung: Anh-Linh Ngo
Dauer: 30.10. – 14.12.2013

Architektur Galerie Berlin
Karl-Marx-Allee 96
D - 10243 Berlin

www.architekturgalerieberlin.de
www.philipperahm.com

philippe_rahm_jade_eco_park-anticyclone3_72dpi.jpg Philippe Rahm Architectes, Mosbach Paysagistes, Ricky Liu & Associates: Jade Eco Parc, Taichung (Taiwan)

In der Vergangenheit haben wir die Arbeit von Philippe Rahm wiederholt vorgestellt. Sein Bemühen, Architektur nicht mehr als räumliche Ein- und Ausschlüsse zu verstehen, sondern als eine atmosphärische Kategorie zu definieren, haben wir in ARCH+ 178 "Die Produktion von Präsenz" und ARCH+ 198/199 "Haus der Zukunft" theoretisch diskutiert. Statt Hüllen zu bauen, konstruiert Rahm Atmosphären, d.h. die unsichtbaren Qualitäten des Raums. Erstmals werden seine Arbeiten in Berlin in der Architektur Galerie gezeigt.

Aus dem Programm:

Wir leben eingetaucht auf dem Boden eines Ozeans aus Luft. (Evangelista Torricelli, 1644)

Unter diese Überschrift stellt Philippe Rahm seine erste Ausstellung in Deutschland und entwickelt auf dieser Grundlage folgende Gedanken: „Üblicherweise reklamieren Architekten den Raum als Hauptgegenstand ihres Berufes. Tatsächlich ist es dieser Raum, der Architektur von Bildhauerei unterscheidet: Denn während wir das Innere von Architektur betreten können, bleiben wir bei der Plastik in der Regel davor stehen. Wenn die Bildhauerei also den Körper und seine äußere Form verhandelt, muss sich Architektur mit den Leerräumen und ihrer Atmosphäre beschäftigen. Bis heute waren Architekten jedoch nicht in der Lage diese Räume anders zu definieren als durch das Entwerfen der sie umgebenden Hülle, da ihnen das eigentliche Wissen um die Komplexität des Hohlraumes fehlte. Allmählich hat dieses Vakuum aber an Substanz gewonnen: Mit Torricelli und Blaise Pascal wurde Luft im 17. Jahrhundert plötzlich schwer und mit Antoine Lavoisier und Daniel Rutherford im 18. Jahrhundert in seine chemischen Einzelteile Sauerstoff und Stickstoff zerlegt. Louis Pasteur bereicherte es im 19. Jahrhundert um bakterielle und biologische Werte und im 20. Jahrhundert wurde es schließlich durch elektromagnetische Wellen moduliert. Wenn Architekten früher also nur am Körper arbeiten konnten, sind wir heute in der Lage, direkt am Raum zu arbeiten und seine Atmosphäre zu entwerfen, indem wir seine Temperatur, Luftfeuchte oder sein Licht modulieren.“ Für Philippe Rahm architectes wird Architektur somit zur Kunst der konstruierten Atmosphären. 

Die Ausstellung in der Architektur Galerie Berlin stellt die Abhandlung einer auf diesen Kenntnissen beruhenden Architektursprache vor. Im Mittelpunkt steht dabei ein DIN A0 großes Buch mit allen Projekten von Philippe Rahm, die sich seit 2005 mit den meteorologischen Aspekten von Raum beschäftigen. Dieses Kompendium wird ergänzt durch fünf Videoscreens mit Vorträgen sowie eine Farblichtinstallation.

Die Arbeit von Philippe Rahm architectes erweitert Architektur um einen meteorologischen Aspekt. 2002 hat er die Schweiz auf der Architekturbiennale in Venedig vertreten, wo er 2008 auch einer der 25 Manifesto Architekten war. Rahm hat an zahlreichen Schulen gelehrt (u.a. AA London, Mendrisio Academy of Architecture, ETH Lausanne, Royal Danish Academy of Fine Arts Copenhagen, Princeton University) und war bei vielen Ausstellungen vertreten. Aktuell arbeitet sein Büro an verschiedenen Projekten in Frankreich, Taiwan, Italien und Deutschland, im kommenden Jahr wird der Jade Meteo Park in Taichung (Taiwan) fertig gestellt (mit Mosbach paysagistes und Ricky Liu & Associates).

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