Sto-Stiftung und ARCH+ Verein setzen Stipendienprogramm fort

Geschrieben am 21.12.2015
Kategorie(n): ARCH+ news, ARCH+ campus, ARCH+ Verein

Die Sto-Stiftung und der gemeinnützige ARCH+ Verein haben 2015 erstmalig ein Stipendienprogramm aufgelegt, um die praxisnahe Ausbildung heranwachsender Architektinnen und Architekten im Bereich der Architekturvermittlung zu fördern. Das Programm wird von der Überzeugung getragen, dass die Fähigkeit zur kritischen Reflexion und Vermittlung der gesellschaftlichen Bedeutung von Architektur und Stadt unerlässlich ist für eine relevante Entwurfspraxis. Nach dem sehr erfolgreichen Start in diesem Jahr hat der Stiftungsrat der Sto-Stiftung beschlossen, das Stipendienprogramm 2016 fortzusetzen.

Mit den Fördermitteln konnten 2015 insgesamt vier Stipendiat_innen unterstützt werden: eine Studentin der Bauhaus-Universität Weimar, eine Studentin der Akademie der bildenden Künste Wien, eine Absolventin der Bauhaus-Universität Weimar, ein Absolvent der TU Braunschweig. Die Stipendiat_innen erhielten in diesem Zeitraum die Gelegenheit, in Kooperation mit der ARCH+ Redaktion Kenntnisse in der Recherche-, Archiv- und Textarbeit zu erwerben und diese anschließend bei wichtigen Publikationsprojekten anzuwenden.

Dazu zählten zum einen die historische Reflexion der eigenen Disziplin wie bei der Herausgabe der Architekturvorlesungen des Philosophen Klaus Heinrich, die in zahlreichen überregionalen Zeitungen besprochen wurden. So nennt Niklas Maak sie in der FAZ bahnbrechend, Jens Bisky lobt in der SZ die „beglückende Art“ der Aufbereitung und auf Deutschlandradio Kultur meint Jürgen Werth, „dass wir mit Hilfe einer Meisteredition ein Fest der Texte und Bilder feiern können.“

Zum anderen erhielten die Stipendiat_innen die Möglichkeit, sich mit der zeitgenössischen Architekturproduktion in Flandern auseinanderzusetzen. Im Fokus stand die Frage, welche Bedingungen zu der gegenwärtigen Blüte der flämischen Architekturszene geführt haben. Besonders die architekturpolitischen Weichenstellungen und das Ausbildungssystem konnten als wichtige Innovationstreiber herausgearbeitet werden. Die Ergebnisse der Recherche konnte in Zusammenarbeit mit der ARCH+ Redaktion für ein ausführliches Themenheft über die Architektur in Flandern aufbereitet werden, das ebenfalls großes Interesse hervorrief. Ein Interview über das Themenheft wurde im Deutschlandradio Kultur am 27. August 2015 ausgestrahlt.

Die neuen Stipendiaten werden im Laufe der nächsten 6 Monate u.a. die Entstehung einer zeitgenössischen klimatisch bedingten Architektur in Vietnam untersuchen.

Ein besonderes Highlight wird die Forschung zu den Auswirkungen von Gesetzen auf die Architektur sein, die die Stipendiaten in praktischer Zusammenarbeit mit dem Büro brandlhuber+ bearbeiten werden. Unter dem Thema „Legislating Architecture“ werden die Ergebnisse anlässlich der Architekturbiennale publiziert werden.

ARCH+ FEATURES
Darüber hinaus haben die Stipendiat_innen die Gelegenheit erhalten, aktiv an der Konzeption, Organisation und Durchführung anspruchsvoller Veranstaltungen mitzuarbeiten. Dazu zählen die Veranstaltungsreihe ARCH+ features und der Ausstellungsreihe ARCH+ Displays.

PROJEKT BAUHAUS
Zudem fand im September 2015 die internationale Konferenz des Forschungsprojekts „Projekt Bauhaus“ im Haus der Kulturen der Welt in Berlin statt. An zwei Tagen diskutierten Theoretiker_innen und Gestalter_innen die Frage „Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?“. Begleitend zum Symposium wurden praktische Beispiele und Projekte im Rahmen einer Pop-up-Ausstellung im HKW gezeigt. „Projekt Bauhaus“ wird vom ARCH+ Verein zur Förderung des Architektur- und Stadtdiskurses getragen, so dass die Stipendiat_innen ebenfalls daran mitwirken konnten.

ZIELE
Das Stipendienprogramm hat zum Ziel, herausragende Nachwuchskräfte in der Architektur und den benachbarten Disziplinen die Möglichkeit zu bieten, aktiv am Architektur- und Stadtdiskurs teilzunehmen und ihre Fähigkeit auszubauen, theoretische Aspekte der Architektur zu reflektieren und zu kommunizieren. Durch die Kooperation mit der international anerkannten und Diskurs bestimmenden Zeitschrift ARCH+ erhalten die Stipendiat_innen zudem eine praktische Einführung in die verschiedenen Formate der Architekturvermittlung, die von der Publizistik bis hin zu Diskursveranstaltungen und Ausstellungen reichen.

Darüber hinaus können die Stipendiat_innen Kontakte zur Praxis und Forschung knüpfen und die Arbeit führender Architekturbüros und Autor_innen persönlich kennenlernen. Dieses Netzwerk kann den Stipendiat_innen wichtige Impulse für die Entwicklung eines eigenständigen Profils geben und sich positiv auf deren berufliche Zukunft auswirken.

Bewerben können sich Studierende und Absolvent_innen der Fachrichtungen Architektur, Stadtplanung sowie der Kunst- und Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Architektur beim Vorstand des ARCH+ Vereins. Bitte PDF per Email an: ngo(at)archplus.net


Über die Institutionen
Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 fördert die Sto-Stiftung die bewusste Gestaltung der gebauten Umwelt und unterstützt dabei neben Bau- und Forschungsprojekten auch junge Menschen in ihrer handwerklichen oder akademischen Ausbildung.

Der ARCH+ Verein wurde 2014 von namhaften Experten gegründet, um den gesellschaftsrelevanten Architektur- und Stadtdiskurs zu fördern.
ARCH+ gehört seit 1968 zu den unverzichtbaren Medien, die das Architekturgeschehen nicht nur begleiten, sondern mit ihren Themensetzungen auch prägen.

ARCH+ ist seit fast 50 Jarhen die führende Zeitschrift für den Architektur- und Stadtdiskurs im deutschsprachigen Raum.

www.sto-stiftung.de
www.archplusverein.de
www.archplus.net

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