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Rimini Protokoll: Staat 1–4

Geschrieben am 02.02.2018
Kategorie(n): ARCH+ news, Rimini Protokoll, HKW, Politik

Vier Inszenierungen im Haus der Kulturen der Welt und im Neuen Museum ergründen im März 2018 das Wesen der Demokratie und erkunden Felder, die heute außerhalb der Kontrolle des Nationalstaats liegen.

Staat 1-4 (Rimini Protokoll), Foto: Nastya Vinogradova Foto: Nastya Vinogradova

Wie werden Geheimdienste zu Machtapparaten mit eigener Agenda? Was offenbaren Großbaustellen über unsere Gesellschaft? Welche Bedeutung hat der digitale Raum für demokratische Prozesse? Und wie beeinflussen ökonomische Eliten die Weltpolitik? In vier Inszenierungen begibt sich das Autoren-Regie-Kollektiv Rimini Protokoll mit Staat 1–4 auf eine Recherche in die Felder außerhalb dessen, was heute vom Nationalstaat organisiert und kontrolliert werden kann. Die gesamte Tetralogie ist im März 2018 im Haus der Kulturen der Welt und im Neuen Museum zu sehen. Globalisierung, Digitalisierung, Angst vor Terrorismus und Staatsfeinden, Lobbyismus und viele andere Faktoren schieben sich ineinander in der Spurensuche von Rimini Protokoll. Sie suchen nach den Akteur*innen im Hintergrund, nach jenen Bereichen der politischen Sphäre, in denen der staatliche Einfluss schwindet.

Vier beispielhafte Felder bilden die Ausgangspunkte für vier Theaterabende. Die ersten drei Teile feierten 2016/17 Premieren in München, Düsseldorf und Dresden. Am 12. Januar 2018 wurde Staat 4 in Zürich uraufgeführt. Alle vier Teile der Koproduktion des HKW mit Münchner Kammerspielen, Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatschauspiel Dresden und Schauspielhaus Zürich kommen im März 2018 nach Berlin.

Schützen Geheimdienste ihre Bürger*innen oder sind es die Bürger*innen, die sich vor dem Staat schützen sollten? Das internationale Netz der Geheimdienste wird in Top Secret International (Staat 1) in einem interaktiven Museumsbesuch erlebbar. Wie wird die Vergabe von millionenschweren Infrastruktur-Projekten an Baufirmen beeinflusst und wer profitiert davon? Aus acht verschiedenen Perspektiven schaut der theatrale Baustellenrundgang von Staat 2auf das Gesellschaftsmodell Großbaustelle. Sind Wahlen, wie sie gegenwärtig stattfinden, noch zeitgemäß? Träumende Kollektive. Tastende Schafe (Staat 3) zieht zusammen mit den Zuschauer*innen einen Bogen von Losverfahren in der antiken Demokratie bis hin zu Visionen zukünftiger technologisierter Volksbefragungen. Weltzustand Davos (Staat 4) untersucht die Verschränkungen von politischen und wirtschaftlichen Kräften, die sich jedes Jahr beim World Economic Forum (WEF) in Davos versammeln mit dem selbsterklärten Ziel die Welt zu verbessern. In wessen Namen wird da gehandelt und wer hat Zugang zu diesen Treffen?

Mehr Informationen: Haus der Kulturen der Welt

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