Bitte beachten Sie, dass vom 13. bis 21. September 2018 aufgrund unseres Lagerumzugs keine Bestellungen bearbeitet werden können. E-Mails werden weiterhin empfangen und die Bestellungen anschließend nach Eingangsdatum abgearbeitet. Wir danken für Ihr Verständnis.
 

Stop making sense, it’s as good as it gets: The Catastrophe Colours 2018

Geschrieben am 26.02.2018
Kategorie(n): ARCH+ news, München, Veranstaltungsreihe, Installation, Architektur, Kunst, Ausstellung

Eine Ausstellung von Gonzalez Haase AAS und June 14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff,
Eröffnung Mittwoch, 7. März 2018, 19 Uhr,
Ausstellung bis 22. April 2018,
BNKR / Ungererstraße 158, 80805 München

CatastrophColours2018_web.jpg Gonzalez Haase AAS und June 14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff

Bilder von Katastrophen, die uns in Nachrichten vermittelt werden, prägen sich mit besonderem Nachdruck in unser visuelles Gedächtnis ein. Allerdings speichert unser Gehirn sie meist weniger als konkretes Bild, sondern abstrahiert das dokumentierte Ereignis. Übrig bleibt ein diffuses Farbspektrum. Dieses Phänomen nutzte das Architekturbüro Gonzalez Haase AAS als Gestaltungsleitfaden: 2014 entwickelten sie mit dem Buch Catastrophe Colours eine Farbtheorie der Gegenwart, in dem sie Medienbilder von Katastrophen ihrer jeweilig innewohnenden, farblichen Essenz gegenübergestellten. Catastrophe Colours funktioniert als Farbfächer, dessen Herleitung aber nicht mehr wie bei Le Corbusiers Clavier des Couleurs von der Kunst inspiriert ist, sondern auf Recherche, Vernetzung und Storytelling – den Grundbausteinen unsere Informationsgesellschaft – basiert.

Das Architekturbüro June 14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff griff die Catastrophe Colours auf, gestaltete damit Innenräume und strukturierte nun für die Ausstellung die verschiedenen Katastrophenfarben zu neuen Farbfächern. Sie heißen Middle East Conflict, Vietnam War, Cold War, Nuclear Desaster, Oil Spills und Terrorism. Als Klaviatur für polychrom gestaltete Innenräume harmonieren die einzelnen Farbfächer nur dann, wenn es eine entsprechende politische Verbindung gibt. So kann zum Beispiel die Farbpalette Oil Spills mit Cold War kombiniert werden, aber nicht mit Nuclear Desasters. Die gerade hergestellte Abstraktion wird wieder in die Realität überführt, die Katastrophen erhalten ihre Bedeutung zurück und die Farbmuster werden zum Narrativ.

In der Ausstellung präsentieren Gonzalez Haase AAS und June14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff drei Raumgestaltungen mit möglichen Farbkombinationen als anschauliche Mustersets: düstere mediale Realität als farbenkräftiges Ebenbild. 

Die Ausstellung findet im Rahmen von Stop making sense, it’s as good as it gets. statt: ein Programm von Ludwig Engel und Joanna Kamm, das aus der Lektüre des Romans Satin Island von Tom McCarthy entstanden ist. Das Buch erzählt von der Unmöglichkeit im Präsens anzugelangen, von dem Scheitern des Schreibens eines ‚Großen Berichts’ der Gegenwart. Dem Gedanken folgend, werden Künstler, Schriftsteller, Architekten, Theoretiker und Wissenschaftler eingeladen, ihre Vorstellungen von Zeit in unterschiedlichen Formaten zur Diskussion zu stellen. 

Gonzalez Haase AAS wurde 1999 von Pierre Jorge Gonzalez und Judith Haase gegründet und ist ein in Berlin ansässiges Studio mit Schwerpunkt auf Architektur, Szenografie und Beleuchtung. Die frühe Zusammenarbeit mit Richard Gluckman und Robert Wilson für das Watermill Center in New York war ihr erstes von vielen hochwertigen Projekten mit zeitgenössischen Künstlern, Kuratoren und Sammlern. Mit ihrem besonderen Interesse für das Zusammenspiel von Licht und Architektur haben sich Gonzalez Haase AAS mit ihren Raumkonzepten einen Namen gemacht. Ihre Arbeit umfasst Kunstinstallationen, luxuriöse Geschäftsinterieurs, Wohnerweiterungen und Umbauten für industrielle und kunstbezogene Räume.

June 14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff ist ein Zusammenschluss von Johanna Meyer-Grohbrügge aus Deutschland und Sam Chermayeff aus New York. Sie lernten sich bei SANAA in Tokio kennen, wo sie von 2005 bis 2010 arbeiteten. June 14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff zielt darauf ab, dass sich Menschen mit Architektur identifizieren, dass Architektur mit Menschen in Beziehung steht und dass Menschen sich untereinander in Beziehung setzen. Ihre Arbeit basiert auf dem Verständnis für unterschiedliche Lebens- und Arbeitsweisen in der heutigen Welt, das ihre Vielzahl von Projekten, von kleinen Gärten und maßgeschneiderten Möbeln bis hin zu Bürotürmen, bestimmt. Das Büro befindet sich in Berlin und New York.


BNKR
www.bnkr.space

Öffnungszeiten: Jeden Samstag und Sonntag, 14.00 – 18.00 Uhr
Führungen nach Vereinbarung unter 
info@bnkr.space
Öffentliche Verkehrsmittel: U-Bahn U6, Haltestelle „Alte Heide“

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!