ARCH+ frei Haus

Geschrieben am 23.03.2020
Kategorie(n): ARCH+ news, ARCH+ 238

Wir erleben gerade unerhörte Zeiten. Politisch, gesellschaftlich, ökonomisch wird das System auf die Probe gestellt. In dieser Krise wird uns wieder bewusst, wie fragil das Verhältnis zwischen individuellen Rechten und staatlichen Eingriffen ist.

Die einschneidenden Massnahmen, die zurzeit mit demokratischer Legitimation zum Wohle der Gesellschaft durchgesetzt werden, zeigen auf, wie schnell die Situation kippen könnte, wenn autoritäre und undemokratische Kräfte mit solcher exekutiven Gewalt ausgestattet wären. Dass die Gefahr nicht theoretisch ist, sondern akut besteht, sieht man an der Reaktion des illiberalen Politikers Viktor Orbán, der die Krise zu benutzen versucht, um per Dekret am Parlament vorbei zu regieren – und das unbegrenzt.

Damit Sie Ihre Kritikfähigkeit trotz der Isolation des Home-Office und der Sozialen Distanz trainieren können, empfehlen wir, viel zu lesen. Nutzen Sie die Zeit, um sich intellektuell zu wappnen. Besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen das Buch der Stunde: Dario Gentilis Krise als Regierungskunst, das nächste Woche bei Merve erscheinen wird (Verzögerungen sind derzeit aber nicht ungewöhnlich). Darin legt Gentili dar, wie sich die Krise „als eines der wirksamsten Instrumente sozialer Disziplinierung und einer Verwaltung der bestehenden Ordnung erweist“.

Wir leisten unseren Beitrag, indem wir Ihnen alle unserer Publikationen innerhalb Deutschlands versandkostenfrei anbieten, einschließlich der aktuellen Ausgabe, den Back issues und den Sondereditionen. Diese Aktion gilt innerhalb Deutschlands und für Bestellungen, die bis zum 19. April 2020 über unseren Webshop aufgegeben werden. Insbesondere die frisch erschienene Ausgabe Architekturethnografie bietet Ihnen einen detaillierten Einblick in die Arbeit von Forschenden, die sich mit der Alltagswelt da draußen beschäftigen. Das Angebot richtet sich auch an den lokalen Buchhandel, der zurzeit durch die Einschränungen oder gar durch Schließungen betroffen ist. Bitte helfen Sie mit, damit auch wir die ökonomisch prekäre Lage überstehen.

Bleiben Sie kritisch und gesund!

Ihr
Anh-Linh Ngo

Collage_S.jpg Meiré und Meiré
SSS Siedle Dornbracht Euroboden
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