Omer Arbel – Architektonische Experimente in Material und Form: 75, 86, 91, 94

Geschrieben am 13.08.2020
Kategorie(n): ARCH+ news, Ausstellung, ARCH+ design, Bocci, Omer Arbel

Ausstellung 29. August – 22. Oktober 2020
Di–Fr 11–18.30 Uhr
So–Mo 13–17 Uhr
Aedes Architekturforum
Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin

Omer Arbel – Architektonische Experimente in Material und Form Omer Arbel – Architektonische Experimente in Material und Form

Eröffnung / Opening, Fr, 28. August 2020

Es sprechen / Welcome
Dr. h.c. Kristin Feireiss Aedes, Berlin

Omer Arbel Vancouver/Berlin (Videobotschaft / Video message)
Anh-Linh Ngo ARCH+, Berlin


Limitierte Teilnahme an der Ausstellungseröffnung via /
Limited access to the exhibition opening via
:
Zeitfenster / Slot I:  17–18.30 h: Anmeldung / Registration
Zeitfenster / Slot II: 18.30–20 h: Anmeldung / Registration

Die Eröffnung findet unter Einhaltung der geltenden Einschränkungen statt. Der Zugang zur Ausstellung wird über die Reservierung zu einem der beiden Zeiträume geregelt. / The event will take place in compliance with the applicable restrictions. Access to the exhibi:tion is regulated by making a reservation for one of the two visitor slots.

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Omer Arbel lebt und arbeitet als Künstler, Designer und Architekt in Vancouver und ist Mitbegründer der Designmanufaktur Bocci. In seinen Werken, die mit fortlaufenden Nummern betitelt sind, experimentiert Arbel mit architektonischen Materialien und Formen. Anhand einer Reihe von Zeichnungen, Prototypen, Videos, großformatigen Modellen und plastischen Anwendungen verschiedener Materialien, präsentiert die Ausstellung vier Architekturprojekte, die sich derzeit im Bau befinden.

Zu sehen sind fünf Betonskulpturen, die innerhalb und außerhalb der Aedes-Räume positioniert sind. Diese Prototypen bringen das Interesse des Architekten an der fließenden Natur von Gussbeton und dessen Verwendung zum Ausdruck. Die Ausstellung bietet einen Einblick in Arbels Arbeitsweise, in der er die Grenzen der verschiedenen gestalterischen Disziplinen auslotet. Omer Arbels kreative Prozesse beziehen diverse Materialien ein, vor allem Kupfer, Glas und Gussbeton. In den vergangenen 15 Jahren experimentierte Omer Arbel mit unterschiedlichen Techniken des Betongießens – eine Erkundung, die häufig im Zerschneiden des Materials mündete. 

Omer Arbel – Architektonische Experimente in Material und Form: 75, 86, 91, 94 betont Arbels anhaltende Faszination, die Grenzen eines Materials zu erweitern, sei es in der Kunst, im Design oder in der Architektur. Das Zentrum der Ausstellung bildet eine große herabhängende Lichtinstallation aus geblasenem Glas mit dem Titel 28, die beispielhaft für seinen experimentellen Ansatz und seine Methode ist. Im Innen- und Außenraum des Aedes Architekturforums sind fünf „donutförmige“ Skulpturen ausgestellt, die aus stoff-gegossenen Betonformen, sogenannten Lily Pads, geschnitten sind. Dicke und Schichten betonen die Narben und Eigenschaften des Betons. Die unverwechselbare Form und massive Erscheinung repräsentieren einen kleinen Teil Omer Arbels anhaltend experimenteller Arbeit.

ARCH+ design – The Poetry of Material Logics

Die soziale, kulturelle und ökologische Relevanz von Architektur und Design entsteht durch materielle Interventionen. Im Umkehrschluss müssen sich Architekt*innen und Designer*innen gerade mit Materialeigenschaften und den generativen Prinzipien der Form beschäftigen, wenn sie über das Formale hinausgehen wollen. Omer Arbel verfügt mit seiner auf Materialexperimenten basierenden Designpraxis über eine einzigartige Ressource, um die Performanz von Form und Material auf die Architektur zu übertragen. In Vancouver konnten wir einige seiner aktuellen Projekte kennenlernen, woraus sich ein ausführliches Gespräch über seine strukturelle Herangehensweise an Design und Architektur entspann. Daraus ist die zweite Ausgabe der neuen Reihe ARCH+ Design entstanden, in der wir das bisherige Werk von Omer Arbel vorstellen. Das englischsprachige Supplement erscheint parallel zu dieser Ausstellung und wird zur Vernissage vorliegen.

Architektonische Projekte

Die vier Architekturprojekte (75, 86, 91, 94) in der Nähe von Vancouver befinden sich gerade im Bau. Vier Architekturmodelle, Dokumentarfilme sowie Zeichnungen und Prototypen gewähren Einblicke.

75
Das Architekturmodell für ein Privathaus, das derzeit in der Nähe von Vancouver gebaut wird, besteht aus mehreren Gussbetonformen, den Lily Pads, wie Omer Arbel sie nennt. Anstatt Beton in ein Holzgerüst zu gießen, spannte er geotechnisches Gewebematerial zwischen radial angeordnete Sperrholzrippen. Arbel füllte den Hohlraum in der Mitte mit der Wurzel eines ausgewachsenen Baums.

86
Das Architekturmodell zeigt den fünfstöckigen Unternehmenssitz der Design- und Produktionsfirma Bocci. Das Gebäude grenzt an einen innerstädtischen Park inmitten von Wohn- und Industrievierteln in Vancouver, Kanada. Omer Arbel goss Beton über willkürlich gestapelte Heuballen, die mit Gewebe locker umhüllt waren. Die dabei entstandene Schalung führte zu den gewölbten Innenräumen, die in Außenbalkone übergehen und schließlich konventionell geformte flache Gebäudefassaden perforieren.

91 und 94
Beide Architekturprojekte sind so angelegt, dass sie mit der rauen, abgelegenen kanadischen Landschaft am Meer interagieren und sich weiterentwickeln. Das Gebäude 91 ist eine stark sandgestrahlte Zedernholzbrücke zwischen zwei natürlichen Bergrücken über einer versunkenen Farnrinne; man kann davon ausgehen, dass der steigende Meeresspiegel die Rinne in den nächsten 100 Jahren überfluten wird, was dem Projekt eine zusätzliche Dimension verleiht. Das Gebäude 94 kontrastiert den Charakter von unterirdischen Räumen durch die unerwartete Entdeckung über den Rand einer Klippe zu ragen; unzählige Zedernholzreste werden in amorphe Formen gebracht und zuerst als Betonschalung und anschließend als kinetische Verkleidung verwendet. 

Über Omer Arbel

Omer Arbel lebt und arbeitet in Vancouver. Er begann seine Karriere bei dem katalanischen Architekten Enric Miralles. Nach seinem Architekturstudium in Kanada arbeitete er unter anderem mit John und Patricia Patkau zusammen. Arbel gründete 2005 Bocci, sein Design- und Produktionsunternehmen nahe Vancouver. Parallel dazu entwickelt er seine eigenen Ideen weiter, wobei er die Grenzen von Architektur, Skulptur, Erfindung und Design neu definiert.

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Omer Arbel is an artist, designer and architect based in Vancouver and co-founder of the lighting firm Bocci. Arbel experiments with architectural material and form, creating works that he rather numbers in the order of their creation, instead of giving them a title. The exhibition presents four architectural projects that are currently being built through a series of drawings, prototypes, videos, large-scale models and sculptural applications of different materials. Included in the show are five concrete sculptures distributed inside and outside of the Aedes spaces. These prototypes express the architect’s interest in the flowing nature of poured concrete and how it can be used. The exhibition provides an insight into Arbel’s practice to cultivate a fluid position between the fields of architecture, sculpture, invention and design.

Sculptures

The numbering of Omer Arbel’s design compositions and architecture projects does not follow a certain mathematical pattern, to number the projects is merely an idea that grows over time; once an idea takes on a form, it gets introduced with a number. Omer Arbel’s ongoing creative process includes incorporating many materials especially copper, glass and pouring concrete. In the last 15 years, Omer Arbel has been experimenting with various techniques of pouring concrete – an investigation that often resulted in cutting the material.

Omer Arbel - Architectural Experiments in Material and Form: 75, 86, 91, 94, brings to the fore Arbel’s ongoing dedication to push the boundaries of material whether in art, design or architecture. In the centre of the exhibition is a large-scale suspending lighting installation, made of blown glass named 28, which is a result of his experimentative approach and method. On display and arranged throughout the Aedes indoor and outside spaces, are five concrete “donut-shaped” sculptures, which are cut from fabric cast concrete forms the so-called Lily Pads. Thickness and layers reveal the scars and characteristics of the concrete material. Their unique shape and massive appearance demonstrate a small part of Arbel’s ongoing experimental practice.A

ARCH+ design – The Poetry of Material Logics

The social, cultural and ecological relevance of architecture and design arises through material interventions. Conversely, architects and designers have to deal with material properties and the generative principles of form if they want to transcend the merely formal. With his design practice based on material experiments, Omer Arbel has a unique resource at hand in order to transfer his knowledge on the performance of form and material to the field of architecture. A field trip to Vancouver led to an in-depth conversation about his structural approach to design and architecture. This discussion resulted in the second edition of the new ARCH+ Design series, in which we present Omer Arbel's work of the past 15 years. The English language supplement will be published parallel to his exhibition at Aedes and will be released for the vernissage.

Architectural Projects

The four architecture projects (75, 86, 91, 94), which are located outside of Vancouver are currently under construction and are to be seen in four architecture models, documentary films, drawings and prototypes.

75
The architectural model for a private residence that is currently being built in the periphery of Vancouver is composed of a series of concrete forms, the Lily Pads, as Omer Arbel calls them. Instead of pouring concrete into a wooden framework, a geotechnical fabric material is stretched between radially organised plywood ribs was used. The cavity in the middle is filled with a root of a mature tree.

86
The architectural model shows a five-storey headquarters building for the design and manufacturing company Bocci, abutting an urban park situated between residential and industrial neighbourhoods in the city of Vancouver, Canada. Applied was the technique of pouring concrete over formwork composed of haphazardly stacked hay bales wrapped in loose fabric. The formwork describes vaulted internal spaces, transitions to exterior balconies, finally perforating conventionally formed, flat building facades.

91 and 94
Both architectural projects are set to interact and evolve within the rugged, remote, oceanfront Canadian landscapes in which they are build. The building 91 is a heavily sandblasted cedar bridge between two naturally occurring ridges, spanning over a sunken fern gully; it is anticipated that over the next 100 years, rising sea levels will flood the gully, giving the project an entirely different reading. The building 94 contrasts the character of underground spaces with the sudden discovery of being suspended over the edge of a cliff; numerous cedar offcuts are tumbled into amorphous forms and used first as formwork for concrete and then second as kinetic cladding.

About Omer Arbel

Based in Vancouver, Omer Arbel began his career as an apprentice to Catalan architect Enric Miralles before completing his professional degree in architecture in Canada and working with, among others, John and Patricia Patkau. Arbel established the design and manufacturing company Bocci on the outskirts of Vancouver in 2005 and is simultaneously working with his own practice cultivating a fluid position between the fields of architecture, sculpture, invention and design.

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