Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik

Geschrieben am 30.09.2020
Kategorie(n): ARCH+ news, Sanierung, DDR Moderne

Geschichte und Wiederaufbau des Wandbildes von Josep Renau in Erfurt / Ein Projekt der Wüstenrot Stiftung

Das Mosaik im Jahr 1985, Foto © Stadtarchiv Erfurt Das Mosaik im Jahr 1985, Foto © Stadtarchiv Erfurt

„Ich male nicht für das Zentralkomitee, ich male nicht für die Partei, ich male nicht für die Kunstkritiker, sondern ich male für die Leute, die sich nicht für Malerei interessieren. (…) Damit die Leute heute Kunst zu sehen bekommen, müssen sie in ein Museum, eine Galerie oder eine Ausstellung gehen, aber das ist nach meiner Ansicht falsch, denn die Kunst muss zum Menschen kommen, in jedes Haus, ohne zu fragen!“, Josep Renau 1980

Die Wüstenrot Stiftung verfolgt seit Jahren mit unterschiedlichen Projekten die Erforschung, Erhaltung und Sichtbarmachung von kulturellem Erbe in Deutschland. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf architekturbezogener Kunst, die in der DDR entstanden ist.

Diese Werke waren oft integraler und auch identitätsstiftender Bestandteil öffentlicher Räume und wurden von den Künstlern individuell und unter Einsatz vielfältigster Materialien und Techniken im Außen- und Innenraum ausgeführt. Viele dieser Werke wurden in den vergangenen Jahrzehnten jedoch zerstört, sind in einem schlechten Zustand oder wurden abgenommen und eingelagert.

Nach vierjähriger Planungs- und Restaurierungszeit kehrte 2019 das Großmosaik Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik (1980–1984) des spanischen Künstlers Josep Renau (1907–1982) wieder an den Moskauer Platz in Erfurt zurück. Das Wandbild konnte 2009 noch vor dem Abriss des Kultur- und Freizeitzentrums am Moskauer Platz vor der Zerstörung bewahrt werden, wurde fachgerecht abgenommen und bis zu seiner Restaurierung in Containern eingelagert.

Mit der Rettung des ca. 7 x 30 m großen Mosaik-Außenwandbildes von Josep Renau restaurierte die Wüstenrot Stiftung erstmals exemplarisch ein Werk architekturbezogener Kunst im öffentlichen Raum. Sie kommt damit dem Wunsch vieler Menschen nach, „ihr“ Wandbild als identitätsstiftendes und stadtbildprägendes Element wieder zurückzubekommen. Weiterhin soll mit der Restaurierung das bauliche und künstlerische Erbe Renaus und der DDR wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken.

Als operative Bauherrin verantwortete die Wüstenrot Stiftung die denkmalgerechte Restaurierung und den Wiederaufbau des Mosaiks und trug den Großteil der Kosten. Unterstützt von bürgerschaftlicher Initiative und durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie konnte die Wüstenrot Stiftung gemeinsam mit der Stadt Erfurt die erneute Anbringung des Mosaiks ermöglichen, wo es nun auf einem neuen Trägerkonstrukt wieder an seinem alten Ort erstrahlt.

Zur Vermittlung des Projekts trug im April und Mai 2017 eine Ausstellung im Angermuseum in Erfurt bei. Nun erläutert die im September 2020 erschienene Publikation sowohl die Geschichte und Bedeutung des Wandbildes und seine technischen Aspekte als auch die eingesetzten Konservierungs- und Restaurierungstechnologien.

Die Publikation kann bei der Stiftung kostenfrei bestellt werden: wuestenrot-stiftung.de/publikationen/josep-renau

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