ARCH+ 201/202: sneak preview

Geschrieben am 24.02.2011 von rüb
Kategorie(n): ARCH+ news, ARCH+ making of, Berlin, ARCH+ 201/202

Die Berlin-Doppelausgabe geht in Druck!

Mit 26 Thementexten

14 Projekten

2 Zeitleisten

Ein kleiner Auszug aus dem Editorial "Zurück aus Neuteutonia. Berlin: unfertig und roh" sei hier heute preisgegeben, in den nächsten Tagen lassen wir Sie noch mehrmals einen Blick in unsere Werkstatt werfen.

Berlin ist nach Karl Scheffler dazu verdammt „immerfort zu werden und niemals zu sein“. Mit diesem viel zitierten Satz wird in Berlin Geschichte geschrieben und gemacht. Was Scheffler zu Beginn des 20. Jahrhunderts aber in die griffige Formel gießt, ist weder Fortschrittsoptimismus noch Nostalgie, sondern eine präzise Problembeschreibung: die fortgesetzte Zerstörung einer Stadt, die sich das Neue nur auf den Ruinen des Alten vorzustellen vermag.

So legt Florian Hertweck in einem Rückblick auf die städtebaulichen Kontroversen der 1990er Jahre dar, wie sich diese „Genealogie der Zerstörung“, diese Logik der (Selbst-)Zerstörung von Generation zur Generation fortpflanzt: von Schinkels Versuch der klassizistischen Überwindung der barocken Stadtanlage, über den wilhelminischen Umbau Berlins zur Weltstadt, über die Kriegszerstörung und den Versuch der Moderne, die Stadt gleich grundsätzlich neu zu erfinden bis hin zur so genannten Kritischen Rekonstruktion, die nun die Moderne zu ihrem bevorzugten Gegner auserkor und durch Rückkehr zur vormodernen wilhelminischen Großstadt vergessen zu machen suchte. „Jeder Gesamtentwurf für Berlin sucht die Auslöschung seines Vorgängers“, so Hertweck (S. 12 ff.).

Mit einer Zeitleiste der Stadtvisionen beschreiben wir Zerstörung und Aufbau entlang der großen Konzepte für Berlin vom Barock bis zur Gegenwart.

Schon in ARCH+ 122: Von Berlin nach Neuteutonia, die 1994 erschien, titelte Dieter Hoffmann-Axthelm "Von der Barock- zur Hauptstadt. Die prekäre Aporie der neuen Berliner Architektur". Was hiervon noch aktuell ist, was revidiert oder weitergeschrieben wurde, finden Sie im neuen Heft.

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