Luc Merx: Das Ruinöse

Geschrieben am 07.06.2011 von ngo
Kategorie(n): ARCH+ news, Raumproduktion, Akademie c/o, Berliner Republik

"Raumproduktion der Berliner Republik"
Datum: 16. Juni 2011, 19 Uhr
Ort: Akademie c/o Neuer Berliner Kunstverein,
Chausseestr. 128-129, 10115 Berlin

Merx.jpg Neues Caffehaus. Johann Esaias Nilson. Um 1750

Die Realität der Rocaille als Modell für eine aktuelle Architektur
Verfall ist in der Kunst des 18. Jahrhunderts mehr als ein willkürliches autonomes Motiv. Das Ruinöse ist der Kern einer Architektur, die heute vor allem assoziiert wird mit dem Ornamentalen, mit Eleganz und Opulenz; sehr viel weniger jedoch mit Motiven wie abblätternder Farbe, Rissen oder wuchernder Vegetation. Gerade das Ornament des Rokoko ist aber oft eine Stilisierung des Verfalls. Die barocke Obsession für eine imaginierte Vergangenheit erlaubt vielfältige Bezüge zur gegenwärtigen Obsession für das Authentische, bzw. einer als vergangen imaginierten Realität.

Luc Merx ist als praktizierender Architekt im Grenzbereich zwischen Architektur, Design und Kunst tätig. Sein Büro Gagat international wurde 1999 in Rotterdam gegründet. Er hat an verschiedenen Universitäten wie u.a. der TU Eindhoven und der TU Darmstadt unterrichtet und war Leiter der Masterausbildung der Academie van Bouwkunst in Maastricht. Momentan ist er Professor an der TU Kaiserlautern. Luc Merx ist Initiator des Forschungsprojekts Rokokorelevanz. Als Teil einer Gruppe aus Architekten, Architekturtheoretikern und Historikern untersucht er hier Parallelen zwischen Architektur, Design und Kunst des 18. Jahrhunderts und dem Einfluss des Computers auf die heutige Gestaltung.

Merx2.jpg Fall of the Damned. Luc Merx für die Materialise MGX. 2005
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