Architektur im Aufbruch - Symposium

Geschrieben am 23.09.2011
Kategorie(n): ARCH+ news, Ausstellung, M:AI, Köln, Großsiedlung, Symposium, Energetische Sanierung

Montag, 17. Oktober 2011, 13-17 Uhr.
Thema: Die energetische Sanierung von Gebäuden der 1970er Jahre und Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt.
 

Architektur im Aufbruch – Siedlungen der GAG Immobilien AG
Die 1960er und 1970er Jahre stehen in der Architekturwelt zurzeit besonders im Blickpunkt. Die GAG betreut zahlreiche Siedlungen, die in dieser Zeit in Köln gebaut wurden. In Fortführung der architektonischen Tradition aus den 1920er Jahren entstanden in den beiden Dekaden Großsiedlungen, die damals für Köln wegweisend waren. In Vingst, in Bocklemünd oder in Ostheim entstanden ganz unterschiedliche Ansiedlungen von Häusern mit mehreren hundert Wohnungen. Unter der Prämisse „Wiederaufbau“ ging es um die Wohnraumversorgung in der mit Wohnungen unterversorgten Großstadt Köln.

Auch in ARCH+ 203: Planung und Realität – Strategien im Umgang mit Großsiedlungen werden die Fragen der damalige und heutigen Wahrnehmung der Großssiedlungen der Nachkriegszeit diskutiert und beispielhafte energetische Sanierungen vorgestellt.

Die GAG Immobilien beschäftigt sich jetzt mit der Sanierung der Siedlungen. Dazu gehören energetische Maßnahmen, moderne Heiztechnik und die Anpassung der Wohnungsgrößen an den heutigen Standard. Sie ist Kölns größte Vermieterin mit einem Bestand von 42.000 Wohnungen, in denen mehr als 100.000 Menschen leben.

Im Rahmen der Ausstellung Architektur im Aufbruch, die vom 11.10. -4.11 ebenfalls im Spanischen Bau des Rathauses der Stadt Köln stattfindet, veranstaltet die GAG Immobilien AG  Köln ein Symposium zu der Frage, welche sozialen und wohnungswirtschaftlichen Folgen die anstehende energetische Sanierung von Gebäuden dieser Zeit hat. Die 1960er und 1970er Jahre waren eine Hochzeit der Bautätigkeit, insbesondere im öffentlich geförderten Wohnungsbau. Die nun anstehende energetische Sanierung dieser Häuser wirft die Frage auf, welche sozialen Veränderungen sich für den  Kölner Wohnungsmarkt ergeben, und welche Belastungen auf die Mieter dieser Gebäude zukommen.

Vertreter von Wohnungswirtschaft, Politik, Fachingenieure und Umweltverbänden werden hierzu referieren und in einer abschließen Diskussion ihre Standpunkte. Vor dem Symposium besteht die Möglichkeit an einer fachkundigen Führung durch die Ausstellung.

Zeit: 17.10.2011 13.00-17.00 Uhr
Ort: Spanischer Bau des Rathauses der Stadt Köln, 50667 Köln-Innenstadt
Anmeldung zum Symposium erforderlich unter werner.heinen@gag-koeln.de

 

Zum Hintergrund

Die GAG wurde 1913 als Aktiengesellschaft mit städtischer Mehrheit gegründet, „um preiswerten und billigen Wohnraum für Minderbemittelte“ zu schaffen. Mit ihren Siedlungsbauten der 1920er Jahre, in Bickendorf Mauenheim, Höhenberg, Klettenberg, Zollstock, Buchforst füllte sie den Generalplan von 1923 von Fritz Schumacher aus.
Durch die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg hatte das ehemals dicht besiedelte Stadtzentrum Köln seine Bedeutung als Wohnviertel weitgehend verloren. So entstanden an den Stadträndern im Norden und im rechtsrheinischen Stadtgebiet ganz neue Stadtteile, wie z. B. Vingst und Ostheim.

1961 wurde mit den Hochbauarbeiten für den Stadtteil Chorweiler begonnen. Noch während der Arbeiten wurden die einzelnen Bauabschnitte immer weiter verdichtet.  Die diesen Planungen zugrunde liegenden Prognosen von Arbeitsplatzzuwachs, degressiver Abschreibung u.a. traten jedoch in den folgenden Jahren nicht ein. Sehr rasch war die Wohnform „Hochhaus“ nicht mehr gefragt, die Bewohnerstruktur änderte sich radikal. Köln-Chorweiler wurde zum einem Synonym für die unpersönliche Architektur der 1960er. Dabei wird oft nur das Zentrum des Stadtteils betrachtet, übersehen werden die Siedlungsanlagen in Seeberg und Heimersdorf, u.a. von Gottfried Böhm und Oswald Mathias Ungers, und die Fortführung in nördliche Richtung durch Blumenberg und Volkhoven/Weiler.

Insgesamt sind Wohnungen der 1960er/1970er Jahre sind in die Jahre gekommen und bedürfen der Sanierung. Die GAG zeigt anhand einiger  Beispiele aus ihrem Bestand, wie dies gemacht wurde und aktuell noch fortgesetzt wird.

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