Learning from Tokyo – Symposium und Ausstellung

Geschrieben am 06.02.2012
Kategorie(n): ARCH+ news, Symposium, Ausstellung, Zürich, Architekturforum, Tokyo

«Learning from Tokyo» ist ein Symposium und eine Ausstellung über neue, innerstädtische Wohnbauten junger, innovativer Architekturbüros aus Japan. Aufbauend auf den Ergebnissen wird ARCH+ ein Themenheft für Sommer 2012 erarbeiten.

LFT_Logo.jpg Das Logo "Learning from Tokyo" wurde vom büro destruct entworfen.

Ausstellung «Learning from Tokyo»
9. – 24. März 2012
Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 12:00 – 18:00 Uhr
Donnerstag 16:00 – 22:00 Uhr, Samstag, 11:00 – 17:00 Uhr

Vernissage & Apéro
Freitag, 9. März 2012, 19:00 Uhr – 20:30 Uhr

Symposium «Learning from Tokyo»
Freitag, 9. März und Samstag, 10. März
jeweils ab 14 Uhr

«Learning from Tokyo»

ist eine non-profit Initiative der «Learning from Tokyo Gruppe», die 2011 von Hiromi Hosoya und Markus Schaefer ins Leben gerufen wurde. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Architekturforum Zürich durchgeführt und von der Japan Foundation, der Sakae Stünzi Foundation und der IKEA Stiftung Schweiz, sowie ANA, All Nippon Airlines, Zürich Airport und der Stadt Zürich unterstützt.

«Learning from Tokyo» wird Thema einer Ausgabe von ARCH+ sein, dem Medienpartner der Veranstaltung. Das aus dem Symposium erarbeitete Heft wird das in 2000 erschienene ARCH+ 151 "Minihäuser in der Megacity Tokio" fortschreiben und reflektieren.

Team: Hiromi Hosoya (Hosoya Schafer Architects AG / Partner), Markus Schaefer (Hosoya Schaefer Architects AG / Partner), Ryoko Ikeda (Hosoya Schaefer Architects AG / Architektin), Sasha Cisar (Bob Gysin + Partner BGP Architekten / Architekt und Architekturtheoretiker), Mitsuhiro Kanada (ARUP Japan / Ingenieur)

Die Ausstellung zeigt die Qualität und Vielfalt, die auf kleinen Grundstücken mit geringen Budgets im Zentrum einer Stadt wie Tokyo erzielt werden können. Das Symposium stellt einige der Protagonisten dieser neuen Generation japanischer Architekten vor und ermöglicht einen Dialog mit Schweizer Architekten, Planern, Vertretern der Stadt Zürich und der interessierten Öffentlichkeit. Dabei treffen zwei sehr unterschiedliche Städte und Kulturen aufeinander, die dennoch viele  überraschende Gemeinsamkeiten aufweisen.  

Tokyo  

Die Greater Tokyo Area ist mit 36 Millionen Einwohnern eines der am dichtest besiedelten Gebiete  der Welt. Tokyo ist aber nach wie vor eine Ansammlung von Dörfern, die durch Bahn und U-Bahn zu einer polyzentrischen Stadtregion zusammengefasst werden.  

Die Stadt befindet sich im steten Wandel. Erdbeben, Feuer und Krieg haben Tokyo in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrfach fast komplett zerstört. Durch die rasante industrielle und  wirtschaftliche Entwicklung der Nachkriegszeit wurde der Gebäudebestand anschliessend fast zwei bis dreimal ersetzt. Exorbitante Grundstückspreise, das japanische Baurecht und die kleinteilige Parzellenstruktur resultierten in einer heterogenen, dichten aber niedrigen Bebauung, aus der die verdichteten Zentren der Infrastrukturknoten herausragen wie Gebirge.  

Nach dem Platzen der Immobilienblase in den 90er Jahren verlangsamte sich die Entwicklung. Die Architekten mussten ihre Herangehensweise überdenken. Einerseits versuchten sie durch diagrammatische Klarheit, formale Reduktion und bautechnische Innovation die Architektur  formal zu erneuern. So enstanden einige der ästhetisch interessantesten Gebäude der zeitgenössischen Architektur. Andererseits untersuchten Architekten ihren städtischen Kontext  mit dem Ziel, jede Möglichkeit der Zonenplanung und des Baurechts für typologische Innovationen zu nutzen und so im dichten städtischen Umfeld von Tokyo eine Vielfalt an Räumen für Wohnen und Arbeiten zu schaffen.  

Zürich  

Die Metropolitanregion Zürich ist mit rund 1.2 Millionen Einwohnern viel kleiner als Tokyo. Aber die Region wächst kontinuierlich. Die Bevölkerungszunahme bis 2030 wird im Kanton Zürich allein auf 200’000 Einwohner geschätzt.  

Die Bahn 2000 und S-Bahn hat die Region Zürich in die Lage versetzt auf den globalen Urbanisierungsschub der letzten zehn Jahre elastisch zu reagieren. Das vernetzte und ebenfalls polyzentrische Stadtgefüge ermöglicht eine hohe Lebensqualität. Aber bisherige Entwicklungsgebiete wie Bauzonen in den Vororten oder Industriebrachen in den Städten werden rar. Das regionale Wachstum ausserhalb der Zentren, führt zu weiterer Zersiedlung und stärkerer  Belastung der Infrastruktur.

Innere Verdichtung und städtische Erneuerung sind zwei der notwendigen Antworten. Aber wie  können diese erreicht werden? Was für Massnahmen sind notwendig? Sind das Potenzial und der Markt gross genug, um einen spürbaren Effekt zu erzielen? Und werden solche Projekte von den Nutzern angenommen?  

In der Planung wird die Gemeinde als Planungseinheit ergänzt durch neue Formate, vom Agglomerationsprogramm zur Metropolitankonferenz oder experimentellen Projekten wie der Glattalstadt. In der Architektur gibt es in Zürich eine sehr vielfältige Wohnbaukultur, mit hoher Qualität, innovativen Wohnformen und Bauträgermodellen.  

Aber ist in Zürich ein metropolitanes Selbstverständnis möglich, das es erlaubt strategisch zu  planen und innovativ zu bauen – mit Stadt zu experimentieren? Vielleicht in dem man aufzeigt, wie ein globales Dorf wie Zürich schlussendlich als Region auch eine Metropole und eine globale Metropole wie Tokyo als städtischer Raum auch ein Dorf ist.  

Learning from Tokyo  

Die Ausstellung und das Symposium erkunden die Schnittstelle zwischen Architektur und Planung. Der Vergleich von Strategien und Lösungsansätzen zwischen Tokyo und Zürich soll das Potential aufzeigen, bauliche und städtische Räume zu schaffen, die eine hohe Aufenthaltsqualität aufweisen, nachhaltig und sinnstiftend sind, dabei aber auch dichter und vielfältiger sein können als der heutige Bestand.  

Symposium und Ausstellung  

Die Austellung im Architekturforum Zürich wird im März 2012 mit einem zweitägigen Symposium (9. und 10. März) eröffnet und kann während zweier Wochen besucht werden. Führende Architekten aus Japan und der Schweiz werden die Themen in vier spezifischen Sessionen diskutieren. Jede Session besteht aus zwei Vorträgen begleitet von einer Diskussionsrunde. Das Symposium wird in Englisch geführt.  

Für Informationen und Anfragen: info@learningfromtokyo.ch  www.learningfromtokyo.ch

 

Symposium «Learning from Tokyo»
Moderation Markus Schaefer und Hiromi Hosoya, Architekten, Zürich

Freitag, 9. März 2012

14:00 – 14:30 Uhr Einführung, Beginn des Symposiums (Eintritt frei)

14:30 – 16:30 Uhr Thema 1: Der Bezug zur Stadt
Riken Yamamoto, Architect, Yokohama
Go Hasegawa, Architect, Tokyo
Panel: Roger Diener, Architekt, Basel

17:00 – 19:00 Uhr Thema 2: Typologien im Wohnungsbau
Sou Fujimoto, Architekt, Tokyo
Piet Eckert, Architekt, Zürich
Panel: Frank Argast, Stadtplaner, Zürich und Matthias Heinz, Architekt, Zürich

Samstag, 10. März 2012

14:00 – 14:30 Uhr Einführung, Beginn des Symposiums (Eintritt frei)

14:30 – 16:30 Uhr Thema 3: Wirtschaft und Gesetzgebung
Ryuji Fujimura, Architekt, Tokyo
Daniel Niggli & Mathias Müller, Architekten, Zürich
Panel: Marc Angélil, Architekt, Zürich und Wilhelm Natrup, Kantonsplaner, Zürich

17:00 – 19:30 Uhr Theme 4: Tragwerk und Material
Akihisa Hirata, Architekt, Tokyo
Christian Kerez, Architekt, Zürich
Panel: Mitsuhiro Kanada, Ingenieur, Tokyo und Fabio Gramazio, Architekt, Zürich

 

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