Salon Populaire: Film City Berlin

Geschrieben am 16.04.2012
Kategorie(n): ARCH+ news, Film, Berlin, Salon Populaire

Andrzej Zulawski’s Possession (1981): A Film Club Screening and Conversation on Fantasy, Separation and Urban Planning. Hosted by Florian Wüst. Special Guest: Anh-Linh Ngo (ARCH+)

Mittwoch / Wednesday, April 18, 20:00
Salon Populaire / Bülowstr. 90 / 10783 Berlin
www.salonpopulaire.de

Im Laufe der vergangenenen Salon Poplaire Abende präsentierte Florian Wüst eine Reihe von sechs Inszenierungen mit Filmen und Filmausschnitten, die die Vergangenheit und Gegenwart West-Berlins reflektieren, um der konkreten räumlichen Lage des Salons im Sadtgefüge zu huldigen. Film City Berlin setzt dies nun als Film Club fort. Jedes Mal wird ein wegweisender Spielfilm gezeigt und anschliessend in offener Runde diskutiert.

Wüst besprach im Berlin-Heft den Prada-Werbefilm „Thunder Perfect Mind“. Er verwies dort auf Zulawskis Film: "Die Geschichte einer gescheiterten Ehe, die sich, getrieben von Besessenheit, Sex und Gewalt, in einen hypnotischen Horrortrip verwandelt, spielt in West-Berlin, dem „Schaufenster des freien Westens“. Neben den narrativen Ähnlichkeiten ist vor allem der Vergleich der architektonisch-städtebaulichen Settings aussagekräftig. ... Der öffentliche Raum bleibt in „Thunder Perfect Mind“ merkwürdig leer und leblos, die wenigen, als Passanten eingesetzten Statisten sind allesamt schwarz und züchtig gekleidet. Ähnlich hermetisch zeichnet Possession das West-Berlin der frühen 80er, nahezu ausgestorben wirken auch hier die Straßenfluchten, der U-Bahnhof Gleisdreieck oder der Platz der Luftbrücke, die Isabelle Adjani in ihrem sich steigernden Wahn durchquert." Die vollständige Besprechung können Sie hier lesen: Schöne alte Welt – Anmerkungen zum Prada-Werbefilm „Thunder Perfect Mind“

Andrzej Zulawskis inszeniert in seinem Kultfilm "Possession" von 1981 die Berliner Mauer als Symbol für eine Welt des Stillstands. Isabelle Adjani und Sam Neill drücken darin extreme Zustände emotionaler Entfremdungen aus. Der Film kombiniert eine nervöse Kamera mit Elementen von Familientragödie, Thriller und Horror. Zulawskis Erzählung entwickelt sich vom Begehren zur Besessenheit, vom Realen ins Fantastische; die Drehorte bebildern Berliner Stadtgeschichte und Stadien der Stadterneuerung.


Over the course of the previous Salon Populaire sessions, Florian Wüst presented a series of six mises-en-scenes showing films and film excerpts that reflected the past and present of West Berlin as a tribute to the Salon’s physical location in the city. Film City Berlin now continues in a film club setting, each time presenting a seminal feature length Berlin film followed by an open conversation after the screening.

Andrzej Zulawski’s cult classic “Possession” from 1981, starring Isabelle Adjani and Sam Neill, is set against the background of the Berlin Wall as a symbol of a world in stagnation. The film combines family tragedy, thriller, and horror movie, and a cinematic tour-de-force through extreme emotional states of alienation. While Zulawski’s narrative successively slips from desire into obsession, from the real into the fantastic, his particular choice of locations represents tangible markers of Berlin’s urban history and various stages of city renewal.

 

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