Bildbau. Schweizer Architektur im Fokus der Fotografie

Geschrieben am 30.11.2012
Kategorie(n): ARCH+ news, Ausstellung, S AM Basel, Fotografie, Architektur

08.12.2012 bis 01.04.2013,
Vernissage am 07.12.2012 ab 19 Uhr.
S AM Schweizerisches Architekturmuseum,
Steinenberg 7, CH-4001 Basel.

Bildbau. Schweizer Architektur im Fokus der Fotografie: 08.12.2012 bis 01.04.2013. S AM Schweizerisches Architekturmuseum, Steinenberg 7, CH-4001 Basel. Bildbau. Schweizer Architektur im Fokus der Fotografie: 08.12.2012 bis 01.04.2013. S AM Schweizerisches Architekturmuseum, Steinenberg 7, CH-4001 Basel.

 

Unsere Vorstellungen von zeitgenössischer Architektur beruhen häufig nicht auf Eindrücken, die wir vor Ort gewonnen haben; sie sind vielmehr durch Bilder vermittelt. Der Fotografie kommt in einer durch den «Iconic Turn» mehr vom Bild als vom Text geprägten Gesellschaft bei der Vermittlung von Architektur eine entscheidende Bedeutung zu. «Bildbau» zeigt ein Panorama der letzten 25 Jahre der Schweizer Architektur und reflektiert den Zusammenhang von Betrachter und Bild und von Abgebildetem und Abbildendem.

Bauten, die zum weltweiten Erfolg helvetischen Bauens beigetragen haben, werden präsentiert – aber nicht mit Plänen und Modellen, sondern allein mittels des Mediums Fotografie. Dabei treten künstlerische Positionen in Dialog zur Architekturfotografie. Die Präsentation beschränkt sich allerdings nicht auf die Reihung exemplarischer Fotografien, sondern beleuchtet in einem analytischen Teil auch verschiedene Aspekte der Beziehung zwischen Bild und Architektur. Welche Rolle spielen Bilder beim Entwurf? Welche Architekten bevorzugen welche Fotografen? Wie lässt sich dreidimensionale Architektur in zweidimensionale Bilder übertragen?

Thomas Ruffs grossformatiges Foto des 1987 fertiggestellten Ricola-Lagerhauses von Herzog & de Meuron in Laufen, das 1991 zusammen mit Fotos weiterer Arbeiten der Basler Architekten von Balthasar Burkhard, Margherita Krischanitz und Hanna Villiger in Venedig ausgestellt wurde, bildet den Auftakt der Ausstellung und steht beispielhaft für die um 1990 beginnende Zusammenarbeit von Architekten und Kunstfotografen. Diese lässt sich ausser bei Herzog & de Meuron vor allem bei Peter Zumthor nachweisen, dessen Bauten sich zunächst Hans Danuser annäherte und später Hélène Binet. Querbezüge zur Geschichte der Fotografie werden ebenso vor Augen geführt wie die Nähe zu künstlerischen Positionen. 

In den beiden Haupträumen des S AM sind in chronologischer Reihenfolge ca. 50 Bauten von Schweizer Architekten zu sehen. Die zwischen 1987 und 2012 entstandenen Gebäude werden mit einer oder mehreren Fotografien präsentiert. Das Ziel ist, im Zusammenspiel aller Fotos die Vielfalt möglicher fotografischer Perspektiven aufzuzeigen. Zwischen dezidiert künstlerischen und eher dokumentarischen Herangehensweisen wird bei der Präsentation bewusst nicht unterschieden. Themeninseln im Raum vermitteln das analytische Rüstzeug, die Bildersequenz an den Wänden zu befragen. Dabei geht es unter anderem um Bilder im Entwurfsprozess, die besonders in der Tradition der «analogen Architektur» eine Rolle spielen, die Medialisierung der Architektur in Büchern und Zeitschriften, die unterschiedlichen Optiken der Fotografen und schliesslich um die Demokratisierung der Bildproduktion durch Online-Plattformen wie Flickr und deren Folgen. Video-Interviews mit ausgewählten Fotografen und Architekten beschließen die Ausstellung im letzten Saal und vermitteln – im Anschluss an die analytischen Schnitte des Kuratorenteams – eine persönliche Sicht der Akteure auf das Medium Fotografie, seine Potenziale und Risiken.

Begleitend zur Ausstellung erscheint im Februar 2012 im Rahmen der S AM-Reihe eine Publikation beim Christoph Merian Verlag. Diese umfasst neben den in der Ausstellung präsentierten Fotos auch die transkribierten Interviewtexte.

Mit: Mathilde Agius, Tonatiuh Ambroseti, Georg Aerni, Iwan Baan, Hélène Binet Hans Danuser, Lucia Degonda, Ralph Feiner, Thomas Flechtner, Robert Frank Alexander Gempeler, Heinrich Helfenstein, Hannes Henz, Valentin Jeck, Christian Kerez, Christian Lichtenberg, Walter Mair, Peter Mauss, Daniel Meyer, Caroline Pala, Hans-Jürg Peyer, Bjarne Riesto, Thomas Ruff, Ahmed Sarbutu, Richard Schulman, Daniel Schwartz, Hans-Peter Sifert, Vladimir Spacek, Margherita Spilutini, Jules Spinatsch, Erik Steinbrecher, Martin Steinmann, Annelies Strba, Hiroshi Sugimoto, Hisao Suzuki, Ruedi Walti, Dominique Marc Wehrli, Gaston Wicky

Begleitprogramm zur Ausstellung

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung an den Donnerstagen 13. Dezember 2012, 17. Januar, 31. Januar, 14. Februar, 28. Februar, 14. März, 28. März 2013 von 18 bis 19 Uhr

Mittwochs-Matinée 13. Februar 2013, 10-12 Uhr

Mehr Informationen unter www.sam-basel.org

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