Immaterielle Raumproduktion und materielles Weltkulturerbe

Geschrieben am 09.01.2013
Kategorie(n): ARCH+ news, Akademie c/o, Vortragsreihe, Raumproduktion

Nirgends wird die ideologische Aufladung der Architektur deutlicher als in geteilten Territorien. Zwischen 1945 und 1989 gab es Berlin doppelt. Als geteilte Hauptstadt wurden alle Staats-, Stadt-, Wohn- und Kulturbauten in zweifacher Ausführung benötigt. In der unterschiedlichen, spiegelbaren Ausformung der Architekturen manifestiert sich deren ideologische Zielsetzung auf besondere Weise.

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Akademie c/o: Bürgerverein Hansaviertel, Hermann-Henselmann-Stiftung und Förderverein Hansaviertel diskutieren am Mittwoch 23. Januar 2013 um 19 Uhr im n.b.k. Neuer Berliner Kunstverein, Chauseestrasse 128, 10115 Berlin. 

Für den Bürgerverein Hansaviertel, die Hermann-Henselmann-Stiftung und den Förderverein Hansaviertel stellen die Architekturen der Doppelung Hansaviertel und Karl-Marx-Allee ein herausragendes Beispiel der Rivalität der beiden Systeme dar, die sich in Berlin gegenüberstanden. Im Juli 2012 entschied der Berliner Senat sich dafür dieser Argumentation zu folgen und das Hansaviertel und die Karl-Marx-Allee bei der Kultusministerkonferenz als Kandidat für die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes vorzuschlagen.
 
Die Initiative Weltkulturerbe Doppeltes Berlin trat im September mit ihrer offenen Geschichtswerkstatt im Rahmen der Ausstellung "Between Walls and Windows - Architektur und Ideologie" im Haus der Kulturen der Welt zum ersten mal mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit, eine Liste aller Doppelungen aufzustellen, die dem architektonischen Wettrüsten entsprangen. Sie sieht in Hansaviertel und Karl-Marx-Allee nur eines unter vielen Paaren und misst Doppelungen wie z.B. "Springer-Hochhaus/Komplex Leipziger Straße", "Volksbühne/Freie Volksbühne", "HU/FU", die selbe Bedeutung zu und sieht auch diese als potentielles Weltkulturerbe.
 
Am 23. Januar wollen beide Initiativen im Rahmen von Akademie c/o Neuer Berliner Kunstverein ihre Positionen vorstellen und anschließend mit den Teilnehmern über Gemeinsamkeiten und Differenzen diskutieren und mögliche Vorgehensweisen entscheiden.

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