Julius Posener: Vorlesungen zur Geschichte der Neuen Architektur

Geschrieben am 21.04.2013
Kategorie(n): ARCH+ news, Julius Posener, Vorlesungen, Architekturgeschichte, Architekturtheorie

Die Vorlesungen zur Geschichte der Neuen Architektur von Julius Posener gehören zu den Klassikern der Architektur-Literatur. Ab Mai 2013 liegt der erste Band in einer neu edierten Fassung vor, der zweite Band wird im Herbst 2013 erscheinen. Am 26.4. werden wir neben ARCH+ features 19 die Neuausgabe der legendären Vorlesungen präsentieren.

Freitag, 26. April 2013, 19:00 Uhr, Einlass ab 18 Uhr,
Altes Haus Ungarn, Kinosaal,
Karl-Liebknecht-Straße 9, Berlin-Mitte.

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Posener-Schuber.jpg Voransicht des Posener-Schubers, der im Herbst 2013 mit Erscheinen des zweiten Bands der Vorlesungen lieferbar sein wird.


Julius Posener geht in den Vorlesungen auf die „Architektur und den Städtebau im Zeitalter der bürgerlichen Revolution“ ein und analysiert die sozialen Folgen der Französischen wie der Industriellen Revolution, sprich das Stadtwachstum und die damit zusammenhängende Wohnungs- und Klassenfrage sowie die widerstreitenden Antworten darauf: Reform (Paternalisten) oder Utopie (Frühsozialisten). Mit der Beschreibung des bautechnischen Fortschritts im 19. Jahrhundert gibt er aber auch einen Ausblick auf die Suche nach einer kommenden Architektur, die wir gemeinhin die moderne nennen – sie wird den Fokus des zweiten Bandes bilden. Mit der Neuausgabe sind die ursprünglich in fünf Ausgaben von ARCH+ in chronologisch umgekehrter Reihenfolge erschienenen Vorlesungen, die die Zeit von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Jahr 1933 behandeln, in zwei thematisch und chronologisch aufeinander aufbauende Komplexe zusammengefasst.

Posener begreift Architekturgeschichte als Gesellschaftsgeschichte, somit ist seine Architektur- und Stadtanalyse immer auch Gesellschaftsanalyse. In diesem Sinne hat Posener die Vorlesungen zur Geschichte der Neuen Architektur nicht nur retrospektiv, sondern auch prospektiv angelegt. Prospektiv, weil sie uns zeigen, wie die Zukunft der Architektur aussehen kann – und dass wir uns vor dem Neuen nicht zu fürchten brauchen, wenn wir die Tiefenstrukturen der Geschichte verstehen. Dieser Ansatz entreißt die Geschichte aus den Händen derjenigen, die sie heute als Fetisch missbrauchen, und macht sie wieder produktiv für die Verhandlung von Gegenwartsfragen.

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