Post-Oil City in Südosteuropa

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Städten. Lösungsvorschläge für den Umgang mit den Folgen des Klimawandels und dem absehbaren Ende fossiler Brennstoffe müssen deshalb bei urbanen Problemen ansetzen. Mit der Ausstellung "Post-Oil City – Die Geschichte der Zukunft der Stadt" stellt das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) innovative städtebauliche Projekte in Asien, Afrika und Amerika vor. Die Ausstellung, die von ARCH+ kuratiert wurde und in Zusammenarbeit mit dem ifa entstanden ist, wird in der deutschen Version in den nächsten Jahren durch den südosteuropäischen Raum wandern.

Sie wird vom 31.05. bis 29.07.2012 in der Galerie výtvarného umění v Ostravě in Ostrava, Tschechien ausgestellt, dann in Ungarn im September in Budapest, Ungarn und im Oktober in Baja und danach in Zagreb, der Haupstadt von Kroatien im November. In 2013 wird sie in Serbien und in Montenegro gezeigt.

Eine englischsprachige Version tourt derzeit durch Indien!

Wie verändert sich die Stadt durch den Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien? Welche Auswirkungen haben die erneuerbaren Energien auf das Stadtsystem, die Nachhaltigkeits- und Mobilitätspolitik? Aktuelle Fragestellungen wie diese stehen im Mittelpunkt von Post-Oil-City. Die Ausstellung handelt jedoch ebenso sehr von der Vergangenheit wie von der Zukunft: Elf aktuelle Projekte werden neun Referenzprojekten gegenübergestellt, die gegenwärtige und vergangene Planungen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Stadtverkehr und Stadtsystem zeigen. Dabei zeigt sich, dass heutige Visionen und Entwicklungen auf Stadtutopien der Moderne aufbauen. Viele seit Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte Lösungsansätze für städtische Probleme, beispielsweise in den Bereichen Verkehrsplanung oder Müllentsorgung, werden heute wieder aufgegriffen, weitergedacht und realisiert. Klimawandel, die Endlichkeit fossiler Energien sowie die Finanz- und Systemkrise lassen die neuen Stadtplanungen zu einem Versuchslabor nicht nur für ökologische, sondern auch für gesellschaftliche Veränderungen werden.

Neben großangelegten städtebaulichen Planungen wie Masdar (Abu Dhabi), Xeritown (Dubai) oder dem energie- und lebensmittelautarken Siedlungsprojekt N.E.S.T. in Äthiopien, präsentiert "Post-Oil City" auch Projekte, die bereits bestehende Strukturen verändern – beispielsweise das öffentliche Nahverkehrskonzept in Curitiba, die Renaturierung der New Yorker Highline oder "Better Place", ein israelisches Netzwerk-Projekt für Elektro-Autos mit Wechsel-Batterien. Raoul Bunschoten und CHORA, ein führendes Büro im Bereich der Urbanismusforschung, entwickeln für chinesische und taiwanesische Städte an der Taiwan Strait ein grenzübergreifendes Projekt im Bereich Städtebau und Energieversorgung. Und nicht zuletzt zeigen Studio Mumbai Architects, wie in Indien ein über Generationen hinweg mündlich überliefertes traditionelles handwerkliches Know-How in eine zeitgemäße, regional verwurzelte Architektursprache übertragen werden kann und auf diesem Weg für zukünftige Planungen gesichert und nutzbar gemacht wird.

Die Projekte werden von zahlreichen Animationen und Filmen begleitet, die Teilaspekte der Planungen herausgreifen und weiter vertiefen. Zudem machen zwei Modelle die städtebaulichen Planungen für die arabischen Städte Masdar und Xeritown auch auf räumlicher Ebene erlebbar.

Obwohl die in der Ausstellung präsentierten Projekte bezüglich ihrer Methoden und Reichweite unterschiedlich sind, so haben sie doch Entscheidendes gemeinsam: Sie veranschaulichen eine beispielhafte Verbindung von Fiktionen, Innovationen und Flexibilität des Denkens, die dringend benötigt wird, um unsere Städte und unseren Planeten für eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.

Zur Ausstellung ist auch ein englisch sprachiger Katalog erschienen
Elke aus dem Moore; Iris Lenz; Nikolaus Kuhnert; Anh-Linh Ngo (Hrsg.): „Post-Oil City. The History of the City’s Future“, ARCH+ Verlag GmbH, Stuttgart / Berlin 2011. ISBN 978-3-931435-18-9

Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Insitut für Auslandsbeziehungen und ARCH+. Sie wurde von ARCH+ unter der Leitung von Nikolaus Kuhnert und Anh-Linh Ngo kuratiert. Die deutsche Fassung der Ausstellung wurde im Januar 2010 eröffnet und bisher in Stuttgart, Berlin, Wien, Alsdorf und Zürich gezeigt.

Über das ifa
Das Institut für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa) engagiert sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen. Das ifa ist die älteste deutsche Mittlerorganisation für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und wird vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert. Mit den ifa-Galerien in Stuttgart und Berlin, Kunst-Förderprogrammen und rund 50 weltweiten Tourneeausstellungen ist das ifa die deutschlandweit führende Institution im internationalen Kunstaustausch.

Über ARCH+
ARCH+ ist eine unabhängige, konzeptuelle Zeitschrift für Architektur und Städtebau. Der Name ist zugleich Programm: mehr als Architektur. Jedes vierteljährlich erscheinende Heft beleuchtet eingehend ein besonderes Thema und greift dabei aktuelle Diskussionen aus anderen Disziplinen in Hinblick auf architektonische und urbanistische Fragestellungen auf. Gegründet im Gefolge des 1968er Aufbruchs, liegt der Schwerpunkt von ARCH+ auf der kritischen Reflexion des gesellschaftlichen Anspruchs der Architektur. Die Zeitschrift sieht sich damit als Katalysator experimenteller Praktiken.

Informationen zur Ausstellung
Carola Bodenmüller, Tel. 0711/22 25 163, E-Mail: bodenmueller@ifa.de

Pressekontakt ifa
Mirian Kahrmann, Tel. 0711-22 25 105, E-Mail: kahrmann@ifa.de, www.ifa.de
 

In Kooperation mit

   

Die Präsentation in Südosteuropa erfolgt in Zusammenarbeit mit

   


 

   
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