ARCH+ 93

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Erschienen in ARCH+ 93,
Seite(n) 54-61

ARCH+ 93

Wohnmaschinen

Von Banham, Reyner

Aufgrund seiner konkurrenzlosen Anerkennung unter Architekten erweist sich Le Corbusier als ein äußerst brauchbares Angriffsziel und offensichtlich als ein Koloss auf tönernen Füßen. Der Versuchung aber, ihn als den größten Übeltäter seiner Generation im Umgang mit der Umwelt darzustellen, sollte man widerstehen. Gleichwohl die bedingungslosen und ausdrücklichen Versprechen seiner Schriften ihn eher angreifbar machen, war er wahrscheinlich nicht schlechter als der Rest seiner Generation, die in Gestalt der CIAM zur offiziellen Organisation der Architekten in der Zeit werden sollte. Die ganze Generation war ein Opfer in doppelter Hinsicht; erstens aufgrund der Unfähigkeit ihrer Apologeten und wohlwollenden Kritiker, mehr in der Architektur zu sehen als bloß ein kulturelles Problem und zweitens wegen ihrer eigenen (anscheinend freiwilligen) Unterwerfung unter eine Theorie, die mehr als ein halbes Jahrhundert hinter den Fähigkeiten der Technologie hinterherhinkte, und immer noch in Probleme vertieft war, die die Generation von Sir Joseph Paxton und Hector Horeau schon in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts vorgetragen hatte, und die von diesen Viktorianischen Meistern schon so eindrucksvoll gelöst worden waren, daß die praktischen Ergebnisse eigentlich Allgemeingut für die hätten sein sollen, die sich, wie Paul Scheerbart, darum bemühten, sie erstmal zu finden.
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