ARCH+ 87

Download-Preis: 1,80 € In den Warenkorb


Erschienen in ARCH+ 87,
Seite(n) 47-52

ARCH+ 87

Ziegelhaus in Willich-Neersen

Von Kostulski, Thomas

Das Baugrundstück befindet sich am Rande einer Neubausiedlung mit der üblichen „Vielfalt". Das etwas umfangreichere Raumprogramm des Bauherren mit vier Kinderzimmern, Elternrückzugsbereich und einer Einliegerwohnung ermöglichte den Bau von zwei separaten Baukörpern. Die Konstellation der zwei Backsteinhäuser mit der den Hof abschließenden Mauer greift so das Grundthema der niederrheinischen Kleinbauernhöfe, die sich auch in unmittelbarer Nachbarschaft befinden, wieder auf. Da das Grundstück an einer Straßenecke liegt war es notwendig, den Hofbereich zwischen Haupthaus und Einliegerhaus durch eine Mauer zu schützen. Die glückliche Position eines vorhandenen Birnbaumes im Hofinneren überspielt jedoch die Introvertiertheit des Hofes und erweckt schon jetzt bei dem Neubau etwas Historie.

So stark wie sich die Anlage am traditionellen Vorbild des Hofes vor Ort orientiert, sollte im Detail der Versuch einer „zeitgenössischen" Interpretation des Ziegelbaus am Niederrhein unternommen werden. So treten neben traditionellen Ziegeldetails, wie den Giebelverbänden, auch neue Zierformen im Mauerwerk auf. Dort, wo der Ziegel statisch seine Grenzen erreicht, wurden Stahlträger bewußt als Gestaltungselement eingesetzt. Die Ausbildung der Fenster- und Türöffnungen sollen den monolitischen Charakter der 50 cm starken Ziegelwände unterstreichen.

Das Erscheinungsbild eines Ziegelbaus wird entscheidend von seiner Oberflächenqualität geprägt, d.h. von der Auswahl des Steines, der Farbe und der Ausbildung der Fugen. Wir haben uns wegen unserer mangelnden Erfahrung auf diesem Gebiet auf die Ratschläge eines wahren Ziegelspezialisten verlassen und haben allen Grund uns bei Heinz Bienefeld für das selbstlose Erklären seiner langjährigen Erfahrungen zu bedanken...

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!