ARCH+ 171


Erschienen in ARCH+ 171,
Seite(n) 32-39

ARCH+ 171

Nur Markt, nur Designer, nur Irre – Diedrich Diederichsen im Gespräch mit dem IGMA

Von Diederichsen, Diedrich /  IGmA /  Bruyn, Gerd de /  Mauler, Henrik /  Trüby, Stephan

Diedrich Diederichsen im Gespräch mit dem IGMA

IGMA: Dein Buch Der lange Weg nach Mitte trägt den Untertitel „Der Sound und die Stadt“. Darin geht es – grob umrissen – um eine Engführung von Urbanismus- und Pop-Diskursen. Du schreibst über Berlin und andere Städte, über soziale Prozesse, Musikgenres etc., aber über Architektur schreibst Du so gut wie nicht. Das einzige Gebäude, das Du erwähnst, ist die Moschee in Córdoba. Woran liegt das? Diedrich Diederichsen: Zunächst ging es mir in diesem Buch ja nicht primär um die Stadt, sondern um Stadtdiskurse. Berlin hatte sich in den neunziger Jahren als die Verdichtung aller möglichen Kunst- und Popdiskurse herausgestellt, weil sich dort das Städtische als ideales Bild und als letzte Hoffnung auf Konkretion des Politischen präsentierte. Die gesamte linke Szene stürzte sich damals in Diskussionen über die Stadt und den Urbanismus, nicht nur um kritische Gegenwartsdiagnosen zu stellen, sondern um Handlungsräume aufzuzeigen, in denen die gesellschaftlichen Widersprüche in ihrer ganzen existentiellen und menschlichen Dimension sichtbar, lokalisierbar und konkretisierbar werden. Um diese Diskurse ging es mir. Und natürlich auch um deren Korrelate in der Wirklichkeit, also um das, was tatsächlich im Stadtraum passiert.

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