ARCH+ 171


Erschienen in ARCH+ 171,
Seite(n) 40-43

ARCH+ 171

Anarchitecture in the UK

Von McLaren, Malcolm /  Mulvagh, Jane /  Savage, Jon

Eine Collage aus Texten von Malcolm McLaren, Jane Mulvagh und John Savage

„Als ich 1970 die Kunstakademie verließ, entschloss ich mich, mir eine Kopie von einem Elvis-Presley-Anzug zu machen, den ich auf einem Plattencover gesehen hatte. Dann begab ich mich in meinem blauen Lamé-Anzug auf die King’s Road in der Hoffnung, dass mich jemand ansprechen würde, sich mir entgegenstellen würde, aber nichts passierte, d.h. nichts bis ich das Ende der King’s Road erreichte. Dann änderte sich mein Leben total. Das ganze Arts-and-Crafts-Vermächtnis von William Morris verschaffte mir einen fantastischen Hintergrund für die Eröffnung eines Ladens, der den Rahmen schaffen würde für alles, was sich gegen die Gesellschaft, gegen das Establishment, gegen die offizielle Kultur und – noch perverser – gegen jeglichen Kommerz richtete.“ Malcolm McLaren „Um die Kauflust der Kunden noch zu steigern, behauptete McLaren kapriziös, dass zum Beispiel ein Paar weiße Stiefeletten, eine fünfundvierziger Single oder eine Plastikhandtasche in Form einer Gitarre ‚unverkäufliche Sammlerstücke’ seien. Fast die Hälfte der Ware war spaßeshalber nicht zu haben. McLaren zitierte gern Andy Warhols Bonmot, dass ‚Verkaufstüchtigkeit die faszinierendste Form der Kunst’ sei.“ Jane Mulvagh „Der hintere Bereich im Laden wurde schwarz gestrichen. Die von Vivienne angefertigten Hosen und Jacken von einem Schneider aus dem East End namens Sid Green hingen auf einem antiken Ständer: eine Mischung aus gebrauchten Stücken und Imitationen. Die vordere Hälfte des Ladens war der Bereich zum Rumhängen. Dieser wurde von einer Odeon-Tapete beherrscht und einem merkwürdigen Trompe-L’oeil-Fenster, unter dem eine mit rosa Taft verkleidete original Fünfziger-Jahre-Vitrine stand, in der Plastik-Ohrringe, Pomade und Anhänger ausgestellt waren.“ Jon Savage

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