ARCH+ 27

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Erschienen in ARCH+ 27,
Seite(n) 19-23

ARCH+ 27

Funktionalismus und Trivialarchitektur

Von Klotz, Heinrich

Meine Damen und Herren, mein Thema „Funktionalismus und Trivialarchitektur — Der Werkbund und die röhrenden Hirsche" paßt nicht so recht hierher, denn wie sollte es der Werkbund rechtfertigen, ein Interesse an einem Gegenstandsbereich zu entwickeln, der bereits mit Gründung des Werkbundes tabu gewesen sein sollte, und der allem widerspricht, was den moralischen Kern des Werkbundprogramms seit alters — sagen wir, seit nunmehr ca. 60 Jahren — ausmacht: die „gute Form" die „saubere Form"? Seit wann — so muß ich fragen, kümmert sich der Werkbund um triviale Form, seit wann je könnte ihm der sogenannte Kitsch interessant geworden sein? Ja, wem überhaupt unter den ernsthaften Architekten und Designern war je darum zu tun, nach den Motiven zu fragen, die einen Bauherren veranlassen können, kleinbürgerlich-spießigen Dekorationspomp „guter" Architektur vorzuziehen? Was in der Architektur gut ist, hat der Werkbund seit Muthesius immer schon gewußt und die einmal festgestellten Maßstäbe sind mit Gropius und Mies van der Rohe noch fester geworden, so daß wir seit den Fagus-Werken und seit der Kölner Werkbundausstellung von 1914 kaum noch in Verlegenheit gerieten, gute Architektur als solche zu erkennen und schlechte Architektur leicht zu entlarven. ...

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