ARCH+ 154/155

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Erschienen in ARCH+ 154/155,
Seite(n) 124-125

ARCH+ 154/155

Zooflower

Von Kim, Martin

Die Gestalt des Gebäudes ähnelt einer Pflanze, einem Lotus genauer gesagt, es reagiert ähnlich einer Blume, seine schützende Fassade aus mechanischen Blättern schließt sich bei Gefahr durch Regen oder Wind und öffnet sich, um das Innere atmen zu lassen. Die Fühler an der Spitze registrieren die Windstärke und Richtung und sorgen dafür, daß die "Darrius-Rotoren" zur Energieversorgung ein- und ausgefahren werden. Die Wurzeln des "Zooflower" sind tief in der Erde unter seinem Klär- und Speicherteich verankert und versorgen ihn mit Gas, Wasser und, wenn nötig, mit Strom, verknüpfen ihn mit den Kommunikationsnetzen und entlassen seine Ausscheidungen. Wie jedes "Lebewesen" braucht er bestimmte Umweltbedingungen, aber er ist dem Leben in der Stadt gut angepaßt. Dieser spezielle Typ hat in seiner Berliner Umgebung besondere Fähigkeiten entwickelt, zum einen "lebt" er in einer hochhausfeindlichen Umgebung und tarnt sich deswegen, indem er seine Umgebung spiegelt und so mit ihr verschmilzt, zum anderen freut er sich immer, wenn etwas besonderes wie zum Beispiel die "Berlinale" stattfindet und glänzt dann in seinem Festgewand, schwingt vor Freude mit und taucht seine Umgebung in ein Lichtermeer. ...
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