ARCH+ 194

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Erschienen in ARCH+ 194,
Seite(n) 6

ARCH+ 194

Zeitung: Architektur als Universalwissenschaft

Von Janson, Alban

Zum neuen Buch „Die enzyklopädische Architektur. Zur Reformulierung einer Universalwissenschaft“

von Gerd de Bruyn

Den Begriff der „Baukultur“ beschwören Politiker heutzutage mit alles und nichts sagenden Worthülsen immer wieder. So verdient eine Studie besondere Beachtung, die genauer untersucht, was denn die erstrebte kulturelle Ausdeutung und Überhöhung des Bauens ausmacht, und worin etwa die Unterscheidung von Architektur und Bauen besteht. Präzise herausgearbeitet, stellt diese Unterscheidung einen zentralen Gedanken in Gerd de Bruyns neuem Buch „Die enzyklopädische Architektur“ dar. Dass Architektur nicht nur – wie das Bauen – die Aufgabe hat „den Menschen vor Kälte, Nässe, Wind, Hitze, wilden Tieren und der Zudringlichkeit anderer Menschen zu schützen“, sondern darüber hinaus „die Nöte des Menschen und seine Fähigkeiten, ihnen zu widerstehen“ auch interpretieren und thematisieren soll, ist uns zwar geläufig. Aber der enzyklopädische Anspruch der Architektur geht noch weiter. Historisch beruht er auf dem „die Welt erklärenden Modellcharakter“, den die Architektur vor der Moderne hatte, bevor sie zur angewandten Kunst und Wissenschaft verkam, der aber als ihr unverzichtbares Wesensmerkmal beschrieben wird

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