ARCH+ 196/197


Erschienen in ARCH+ 196/197,
Seite(n) 66-71

ARCH+ 196/197

Zeitleiste: Nachhaltigkeit

Von ARCH+

Die verschiedenen Wellen der Industrialisierung und die Entwicklung einer globalen Wirtschaft hat den Energiebedarf der Menschheit stetig wachsen lassen. Die Techniken zur Energiegewinnung haben sich verfeinert, die Ressourcen diversifiziert. Es sind insbesondere die Krisen, die diesen Wachstumsverlauf strukturieren. Die Verknappung des Holzes im 18. Jahrhundert lag als Erfahrung der Definition des forstwirtschaftlichen Begriffs der Nachhaltigkeit (Hans Carl von Carlowitz) zugrunde und leitete die Verwendung fossiler Energieträger wie Braun- und Steinkohle (Koks) als Basis der Industriellen Revolution ein. Im 20. Jahrhundert trugen Öl und Gas wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Auch das Verhältnis von Mensch und Natur wird durch die Form der Energiegewinnung und die damit verbundene Veränderung der menschlichen Lebenswelt geprägt. Angesichts der sichtbaren, negativen Konsequenzen der Industrialisierung wurden erste Gegenentwürfe formuliert. Diese bündelten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in der Kritik am industrialisierten Großstadtmoloch. Dieser Fokussierung auf die Stadt als Krisenherd stand im 20. Jahrhundert angesichts ökologischer und atomarer Katastrophenängste die Erkenntnis der globalen Dimension der Krise entgegen. Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts scheinen die Techniken verfügbar, um die Vision einer nachhaltigen Stadt zu realisieren, die sich als Teil weltumspannender Energie- und Stoffkreisläufe begreift und sich aus regenerativen Energien speist. Strategien zu einer wirksamen Transformation menschlicher Lebensgewohnheiten werden in vernetzenden, partizipatorischen Ansätzen gesucht...
SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!