ARCH+ 196/197


Erschienen in ARCH+ 196/197,
Seite(n) 138-143

ARCH+ 196/197

Zeitleiste: Stadtsystem

Von ARCH+

Durch die großmaßstäbliche infrastrukturelle Aufrüstung der Stadt mit Entwässerungssystemen, Wasser-, Strom- und Gasversorgung bildet sich im 19. Jahrhundert die Überzeugung heraus, die Stadt sei ein planbares System. Die Entwicklungsgeschichte der städtischen Infrastruktur zeigt, dass dabei abwechselnd privatwirtschaftliche und kommunale Interessen zum Zug kamen. Der Wettbewerb zwischen privaten Versorgungsunternehmen förderte den Einsatz innovativer Technik zugunsten von Komfort und Hygiene. Dagegen ließ die Kommunalisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine flächendeckende Versorgung entstehen. Mit der Zeit wurde die Selbstorganisation durch eine Tendenz zur Zentralisierung abgelöst. In den 1960er Jahren erlebte der Gedanke der Stadt als Organismus oder System in utopischen Stadtentwüfen des Metabolismus und der Megastrukturen eine Hochphase. Beide Richtungen bedienten sich Metaphern biologischer Kreisläufe und technischer Neuerungen. Sie beziehen sich dabei auf kybernetische Systeme, die Rückkoppelungseffekte und Interaktion miteinbeziehen und die Steuerbarkeit trotz gesteigerter Komplexität versprechen...
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