ARCH+ 196/197


Erschienen in ARCH+ 196/197,
Seite(n) 108-113

ARCH+ 196/197

Zeitleiste: Stadtverkehr

Von ARCH+

Die Form der Stadt wird seit der Einführung von Eisenbahn und Automobil stark von verkehrstechnischen Neuerungen geprägt. Der öffentliche Verkehr wurde um 1900 von Seiten der Kommunen erstmals gezielt als Siedlungsinstrument eingesetzt. Voraussetzung dafür war die Elektrifizierung des Schienenverkehrs und die Verstaatlichung der miteinander konkurrierenden privaten Verkehrsbetriebe zu einheitlichen Tarifverbänden. Mit dem Einzug des Autos in die Städte zeigen sich konträre Phänomene. Der Verkehr individualisiert sich und wird unabhängig vom kommunalen Netz. Die Folge ist eine ungebremste Suburbanisierung, die zur Ausbreitung der Stadt in der Fläche führt. Im Laufe der Zeit hat der Autoverkehr zahlreiche städtebauliche Konzepte angeregt, von der funktional getrennten Stadt der Moderne bis hin zur autogerechten Stadt. Aber auch die mit dem Auto einhergehende Abhängigkeit vom Öl spiegelt sich in zyklisch auftretenden Debatten: Ist der Treibstoff günstig, wird eine Optimierung der steigenden Verkehrsflüsse angestrebt, in Zeiten von Ölknappheit zeigt sich hingegen die Tendenz zu alternativen, kollektiv nutzbaren Transportsystemen...
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