ARCH+ 196/197


Erschienen in ARCH+ 196/197,
Seite(n) 96-97

ARCH+ 196/197

Lernen von Curitiba

Von Gruber, Stefan

Erfolge und Misserfolge früher Stadt-Akupunktur
Als 1960 Brasília, die neue Hauptstadt Brasiliens eingeweiht wurde, galt sie weltweit als herausragendes Exempel modernistischer Stadtplanung. Der von Lúcio Costa und Oscar Niemeyer entworfene „Plano Piloto“ stand ganz im Zeichen der Automobilität und der Repräsentation staatlicher Macht. Nur fünf Jahre später erarbeitete der Architekt Jorge Wilheim einen Stadtentwicklungsplan für Curitiba, die Hauptstadt des Bundesstaates Paraná, mit dem sich diese als Gegenpol zu Brasilias urbanistischem Paradigma profilierte. Anstelle ausgedehnter Autobahnnetze, imposanter Prachtstraßen und Repräsentationsbauten setzte man in Curitiba auf öffentliche Verkehrsmittel, Fußgängerzonen und Recyclingprogramme. Damit steht die Stadt für einen erstaunlich frühen Paradigmenwechsel von einem Top-Down-Städtebau zu einer Bottom-Up-Steuerung und, lange bevor es Mode wurde, für eine nachhaltige Stadtentwicklung...
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