ARCH+ 196/197


Erschienen in ARCH+ 196/197,
Seite(n) 74-77

ARCH+ 196/197

Wege zu einer postfossilen Mobilität

Von Böhm, Florian

Seit den späten 1960er Jahren wird der Ressourcenbedarf des Verkehrs als Zukunftsproblem diskutiert. Spätestens mit der Ölkrise Anfang der 1970er Jahre wurde deutlich, dass die Abhängigkeit vom Erdöl massive Einschränkungen der gewohnten Mobilität zur Folge haben kann. Es müssen also Lösungsansätze gefunden werden, die einen mobilen und zugleich nachhaltigen und erschwinglichen Lebensstil ermöglichen. Die enge Verbindung von Mobilität, Energieaufwand und Raumstruktur verweist jedoch auf eine komplexe Problematik, für die neue Technologien allein keine Lösung bieten. Denn eine neue, energiesparende Antriebstechnologie, die Kosten und Emissionen reduziert, kann dazu führen, dass die neuen Fahrzeuge intensiver genutzt werden: Energieverbrauch und Emissionen blieben gleich. Es sind also nachhaltige „Mobilitätsarchitekturen“ erforderlich, die Technologie, Wegemuster (Patterns) und Raumplanung verbinden. Der Verkehr ist der größte Einzelverbraucher für Erdöl. Weltweit werden etwa 20 % der Primärenergie für Verkehr und Mobilität aufgewendet, wobei ein Großteil davon aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird. Mit Ausnahme des Eisenbahnverkehrs, der auch mit Elektrizität aus nicht-fossilen Quellen versorgt werden kann, sind alle anderen motorisierten Verkehrsmittel heute noch fast ausschließlich vom Öl abhängig. Daher ist es nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes, sondern auch im Hinblick auf die langfristige Erschwinglichkeit von Mobilität geboten, eine Strategie der Dekarbonisierung für den Verkehrssektor zu entwickeln. Das bedeutet, dass das Verkehrswachstum vom Ölverbrauch und der CO2-Emission entkoppelt werden muss...

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