ARCH+ 102

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Erschienen in ARCH+ 102,
Seite(n) 19

ARCH+ 102

An Architekten

Von Herbst, Donald

es geschah in Berlin im November 1989: Der Bausenator Nagel hatte gerufen, um über den Wettbewerb zu entscheiden, mit dem der ehemalige Hamburger Bahnhof zum Museum für zeitgenössische Kunst werden soll - und keiner der eingeladenen Museums-Architekten erschien im Preisgericht (Entschieden wurde dennoch nach Terminplan!?). Dieses Zeichen von Berlin-Resignation internationaler Architekten ist zwar verständlich angesichts eines Bausenators, der versucht, durch Volksbefragung die Wettbewerbsentscheidung für die Erweiterung der Amerika-Gedenkbibliothek nachträglich zu ändern und damit die Arbeit von Preisrichtern in Berlin zur Farce zu machen. Verständlich, aber leider gefährlich für unsere Stadt. Denn begleitet werden die wunderlichen Etüden des Bausenators von der für Kultur zuständigen Senatorin Anke Martiny, in eifrigem Bemühen, unsere Stadt von allen kulturellen Höhepunkten zu befreien, damit ganz Berlin eine graue Masse werde. "Kultur? Nein Anke!" (Volksmund) Architekten dieser Welt, schaut auf diese Stadt. Lasst uns nicht allein mit unseren Senatoren für Bau und Kunst. Wir brauchen Euch!
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