ARCH+ 209


Erschienen in ARCH+ 209,
Seite(n) 48-51

ARCH+ 209

KAPITAL(E)

Von ARCH+

Daraus folgt, dass im britischen Gewohnheitsrecht Eigentum und Besitz von Grund und Boden nicht in erster Linie eine Sache betrifft, d. h. ein Grundstück oder eine Immobilie, als vielmehr das komplexe Verhältnis zwischen Verfügungsgewalt, Nutzungsansprüchen und der Dauer dieser Ansprüche (siehe dazu den Beitrag von Beech / Thomas in dieser Ausgabe). Dennoch gibt es eine Form des freien Grundeigentums, die ihren Ursprung in der zeitlich unbegrenzten Überlassung großflächiger Ländereien an Gefolgsleute der Krone hatte (freehold estates). Damit wurde die Entwicklung und Bewirtschaftung des Landes seit dem Mittelalter sukzessive in die Hände Einzelner gelegt und eine private Stadtproduktion vorbereitet. Diese Eigentumsform hat die Durchsetzung übergeordneter Stadtkonzepte erschwert und lässt den Triumphzug der (neo)liberalen Stadtproduktion unter Thatcher nicht als Ausnahme, sondern als Fortführung traditioneller britischer Zustände erscheinen. So gehören noch heute etwa einem Prozent der Bevölkerung ganze 50 Prozent des Landes.

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