ARCH+ 210


Erschienen in ARCH+ 210,
Seite(n) 112-121

ARCH+ 210

Robert Owen

Von Posener, Julius

Die letzte Vorlesung hört mit der Erwähnung von Robert Owen auf. Ich habe gesagt, daß wir erst in seinen Gedanken und in seiner Arbeit dem Bestreben begegnen, das Wachstum der Großstadt  einzudämmen dadurch, daß man der Großstadt andere Standorte der Industrie entgegenstellt. Owen war selbst Fabrikant, er sprach also aus Erfahrung. Man kann ihn den ersten Paternalisten nennen: so nennen wir jene Fabrikanten, die zu der Einsicht gekommen waren, daß sie für das Wohlergehen ihrer Arbeiter etwas tun müssten, und zwar aus Menschlichkeit und aus eigenem Interesse. In der  vergangenen Vorlesung haben wir einen anderen Paternalisten erwähnt, den Textilfabrikanten Titus Salt, und wir haben ihn den ersten Paternalisten genannt. Das hatte insofern seine Richtigkeit, als Titus Salt der erste gewesen ist, der seine Fabrik auf das Land verlegt und dort, in Fabriknähe, eine Arbeiterstadt gebaut hat. Das geschah in den späten 50er Jahren des 19. Jahrhunderts. Zu Owens Zeit war das Problem der großstädtischen Slums noch nicht ganz so aktuell, Owen selbst betrieb seine Textilfabrik noch auf dem Lande, an der Energiequelle – in diesem Falle war das Wasser. New Lanark lag in einem Tal, an einem Fluß. Owen brauchte also seine Arbeiter nicht aus der Stadt aufs Land zu versetzen, er arbeitete an den Verbesserungen ihres Wohlbefindens, um die er sich bemühte, dort, in New Lanark. ...

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