ARCH+ 143

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Erschienen in ARCH+ 143,
Seite(n) 75-77

ARCH+ 143

Programmarchitektur

Von Schnell, Angelika

Moderne ohne Avantgarde – mit dieser Kurzformel von Hans Belting scheint der ‘Zweiten Moderne’ schon zu Beginn der Stachel gezogen. Nichts ist so diskreditiert wie ‘tabula rasa’, ‘Nullpunkt’, ‘less is more’. Doch die theoretische Auflösung dessen, was als Architektur bekannt war, in abstrakte Linien, Flächen und Volumen wurde in Verbindung mit einer fortschreitenden Modernisierung zur praktischen Realität. Zeitgleich wurde der Bildschirm erst des Fernsehens, dann des Computers zum Signum für die leere Fläche, auf die und mit der fast alles projiziert und simuliert werden konnte. Genauso stellte man fest, daß nie ‘Nichts’ ist. Es gibt die Stille nicht (Cage), es gibt die weiße Leinwand nicht (Rauschenberg), immer ist etwas: der eigene Pulsschlag, Schatten von menschlichen Bewegungen. Und vor allem wurde es jetzt erst möglich, die Idee einer bereinigten Fläche nicht als metaphysische oder wissenschaftliche Totalität zu betrachten, sondern mit dem dezidierten Rückbezug auf die Moderne selbst als kulturelle Strategie eines Neuanfangs zweiter Ordnung...
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