ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 48-51

ARCH+ 221

Bildtheorie

Von Surkemper, Liska

Drei Publikationen zum Thema:

Gottfried Boehm: Was ist ein Bild? München: Wilhelm Fink, 1994

Horst Bredekamp: Theorie des Bildakts. Über das Lebensrecht des Bildes. Berlin: Suhrkamp, 2010

William J. Thomas Mitchell: Picture Theory. Essays on verbal and visual representation, Chicago/ London: The University of Chicago Press, 1994 [dt. Ausgabe Bildtheorie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2008]

Architektur umfasst mehr als das tatsächlich Gebaute. Sie ist eine komplexe kulturelle Praxis, in welcher der Umgang mit Bildern und Bildwissen einen wesentlichen Bestandteil bildet. Daher liegt es nahe zu fragen, inwiefern die Bildtheorie wichtige Methoden und Erkenntnisse für die Architekturtheorie bereithält beziehungsweise inwiefern die Architekturtheorie auch eine Theorie des Bildes ist.

Zu Anfang ist es wichtig zu konstatieren, dass es die eine Theorie des Bildes nicht gibt. Bildtheorie kann nur als Sammelbegriff für ein Konglomerat aus verschiedenen, sich teilweise diametral gegenüberstehenden Modellen verstanden werden, die in sich ebenfalls Paradoxien und dialektische Bewegungen aufweisen. Die Zusammenstellung der hier besprochenen Ansätze kann daher kein einheitliches Bild von Bildtheorie zeichnen, vielmehr mag sich der Leser die Relation der verschiedenen Ansätze wie ein kubistisches Konstrukt vorstellen, dessen multiperspektivische Einzelteile sich nur an wenigen Stellen berühren. Die Unfassbarkeit beginnt bereits bei dem Versuch, die Bildtheorie zeitlich zu verorten. ...

 

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