ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 64-65

ARCH+ 221

Eigentums, Theorie des

Von Kockelkorn, Anne

Gedankenwelt und Theoriegebäude des Handwerkersohns und intellektuellen Autodidakten Pierre-Joseph Proudhon (1809–1865) sind faszinierend und widersprüchlich; und sie veranschaulichen die Notwendigkeit, Theorien und städtebauliche Modelle historisch genau zu kontextualisieren, bevor man ihre Brauchbarkeit für die Gegenwart – etwa im Hinblick auf die Finanzkrise von 2008 – prüft.

Proudhons strikte Ablehnung staatlicher Autorität gilt als wichtige Referenz anarchistischer Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts; für eine Stadt- und Architekturdebatte der Gegenwart, die sich sowohl gegen Gentrifizierungsprozesse formiert als auch Alternativen zu rigorosen Maßnahmen der öffentlichen Hand zu artikulieren sucht, sind vor allem die Bezüge zwischen Proudhons Gesellschafts- und Eigentumsmodells und den genossenschaftlichen Reformbewegungen der Zwischenkriegszeit interessant.

Der gemeinsame Nenner der Stadtund Gesellschaftsmodelle, der deutsche Baugruppen von heute, Genossenschaftler der Weimarer Republik und die Anarchisten des 19. Jahrhunderts in ein fiktives Gespräch verwickeln könnte, ist der bürgerliche Standpunkt. ...

 

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