ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 73-75

ARCH+ 221

Feministische Theorie

Von Hark, Sabine

Mit der Feststellung, dass wir uns über „feministische Wissenschaftsund Rationalitätskritik“, insbesondere aber „über die bloße Tatsache, dass es sie gibt“, gar nicht genug wundern können, leitete vor mehr als fünfzehn Jahren die Philosophin Cornelia Klinger ihren Text „Bis hierher und wie weiter? Überlegungen zur feministischen Wissenschafts- und Rationalitätskritik“ ein.2 Schließlich, so fährt Klinger fort, sei es der feministischen Bewegung nicht an der Wiege gesungen worden, „dass sie eines Tages eine radikale Kritik des modernen wissenschaftlichen Weltbildes formulieren und eigene Konzepte von Denken, Erkennen und Wissen entwickeln würde“.

In der Tat ist die Existenz einer feministischen Kritik an der Wissenschaft, „eigene Konzepte von Denken, Erkennen und Wissen“, feministische Theorie also, bis heute etwas, worüber es sich zu wundern gilt. Denn noch an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war unter deutschen Akademikern die klare Vorstellung von „der faktischen und häufig auch für notwendig gehaltenen Männlichkeit der Wissenschaft“, die die soziale Schließung und Monopolisierung der akademischen Ausbildung und Lehre legitimierte, Konsens. Doch hundert Jahre nach dem wissenschaftlichen Aufbruch der Frauen ist Bewegung ins beharrliche Spiel der Männer gekommen. ... 

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