ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 117-118

ARCH+ 221

Opfers, Theorie des

Von Wienert, Annika

Die theoretische Auseinandersetzung mit dem Opfer bezieht sich in erster Linie auf archaische Kulturen. Aus ethnologischer, historischer, anthropologischer, theologischer, archäologischer, psychologischer und soziologische Perspektive wurde das Sach-, Tier- oder Menschenopfer untersucht. Das Opfer als kultische Gabe ist eine gesellschaftliche Institution. Es wird verwaltet von einer Elite mit Geheimwissen, etwa Priestern oder Priesterinnen, der spezifische Räume und Architekturen zusteht. Oftmals sind es die aufwendigsten und dauerhaftesten Bauten, die diese Kulturen hervorbrachten.

Im Zuge der Aufklärung bildete sich ein neuer Typus des Opfers heraus: der freiwillige Verzicht auf etwas, wodurch nicht irrational Gottheiten und Naturvorgänge positiv beeinflusst werden sollen, sondern der Handlung selbst interpretativ Sinnhaftigkeit zugeschrieben wird. Diesen individuellen Akten fehlt eine Architektur des Opfers oder des Opferns, die als solche augenfällig werden würde. ...

 

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