ARCH+ 161


Erschienen in ARCH+ 161,
Seite(n) 62-74

ARCH+ 161

Phantomschmerz Mies

Von Hilpert, Thilo

Revision eines Klischees
Ludwig Mies van der Rohes Entwurf für das Nationaltheater in Mannheim von 1953 ist ein prismatischer Glaskörper, mit einer Grundfläche von ca. 80 m auf 160 m, der an sieben gewaltigen Stahlrahmenträgern aufgehängt ist. Im Abstand von 24 m spannen diese Binder, deren Struktur an die des Cantor Drive-In Restaurant von 1945 erinnern, quer über das 12 m hohe transparente Volumen. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Gebäude: Das Erdgeschoß ist gegenüber dem Obergeschoß zurückgesetzt und längsseitig von 4 m hohen, massiven, marmorverkleideten Wandscheiben gefaßt – sie erinnern an die frei angeordneten Wände des Barcelona-Pavillons. An den Schmalseiten strahlen sie noch weit in den Goetheplatz aus: ein Eindruck von Kufen. Es scheint, als schwebe der vollkommen durchsichtige “Universalraum” über dem Platz: ein Eindruck, den das Modell mit den geschwärzten Sockelwänden unterstreicht...
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