ARCH+ 223


Erschienen in ARCH+ 223,
Seite(n) 88-91

ARCH+ 223

Subversive Tehran

Von Pekec, Ivo /  Assadzadeh, Fereshteh

“The inferno of the living is not something that will be; if there is one, it is what is already here, the inferno where we live every day, that we form by being together. There are two ways to escape suffering it. The first is easy for many: accept the inferno and become such a part of it that you can no longer see it. The second is risky and demands constant vigilance and apprehension: seek and learn to recognize who and what, in the midst of inferno, are not inferno, then make them endure, give them space.” Italo Calvino

I. Subversive Tehran: Visualizing the Invisible City

In the last century, Tehran experienced a massive population growth, becoming the third largest city in the Middle East, right after Cairo and Istanbul. Born into rapid modernization and urbanization, Tehran’s well-educated youths in particular have high potential and desire to participate in the public sphere. The problem is, that a conventional public sphere is almost non-existent in Tehran. Radical changes happened after the Islamic Revolution in 1979. Massive transformations in the social classes and crippling ideological and religious rules triggered rapid changes in the cities of Iran. The ones in power started remaking the cities according to an ideology based on an austere version ...

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“Die Hölle der Lebenden ist nicht etwas, das erst noch kommen wird. Wenn es eine gibt, ist es die, die schon da ist, die Hölle, in der wir jeden Tag leben, die wir durch unser Zusammensein bilden. Es gibt zwei Arten, nicht unter ihr zu leiden. Die erste fällt vielen leicht: die Hölle zu akzeptieren und so sehr Teil von ihr zu werden, dass man sie nicht mehr sieht. Die zweite ist riskant und verlangt ständige Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft: zu suchen und erkennen zu lernen, wer und was inmitten der Hölle nicht Hölle ist, und ihm Dauer und Raum zu geben.” Italo Calvino

I. Subversive Teheran: Die unsichtbare Stadt visualisieren

Im letzten Jahrhundert erfuhr Teheran ein gewaltiges Bevölkerungswachstum. Es wuchs zur drittgrößten Stadt des Mittleren Ostens heran, direkt nach Kairo und Istanbul. In eine Welt der rasanten Modernisierung und Urbanisation hinein geboren, strebt vor allem die gebildete Jugend Teherans nach einer Beteiligung an der Öffentlichkeit. Problematisch hierbei ist, dass es eine konventionelle Öffentlichkeit in Teheran fast gar nicht gibt. Nach der islamischen Revolution 1979 fanden radikale Änderungen statt. Massive Umwandlungen in den Gesellschaftsschichten und lähmende ideologische und religiöse Regeln lösten rasche Veränderungen in den Städten Irans aus. Gemäß einer auf einer strikten Auslegung des Islams basierenden Ideologie begannen die Machthaber mit einer Erneuerung der Städte. ...

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