ARCH+ 139/140


Erschienen in ARCH+ 139/140,
Seite(n) 129-134

ARCH+ 139/140

New Structure und das Informelle

Von Balmond, Cecil

Wir machen Käfige aus unseren Bauten. Unsere Gebäude sollen Rahmen haben, doch aus einem kartesianischen Zwang heraus teilen wir den Raum in strenge Horizontalen und Vertikalen auf. Die Topographien des starren Skeletts feiern in unseren Entwürfen Urstände. Weil wir in rechten Winkeln gefangen sind, ist "Ordnung" für uns eine exakte Entwurfszeichnung, worin das Gebäude als Objekt enthalten ist. Die äußere Begrenzung ist damit vorgegeben, und mit Hilfe von Rastern und Subrastern werden exakte Unterteilungen in regelmäßige, repetitive Raumfixierungen vorgenommen, die an Soldaten auf dem Exerzierplatz erinnern. Innerhalb der Rigidität bewegt sich nichts. Die Regimentsformation wird für wichtiger gehalten als der individuelle Impuls. Das Formale wird als selbstverständlich vorausgesetzt und ein militärisches Ordnungskonzept als Status quo akzeptiert – die Phantasie wird lahmgelegt, Bewegung unmöglich gemacht...

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