ARCH+ 228


Erschienen in ARCH+ 228,
Seite(n) 225-240

ARCH+ 228

ARCH+ features 61: Von ganzen Städten und teilbaren Ländern, oder: Spekulative Gedanken über eine neue MEREO(TO)POLITIK des 21. Jahrhunderts

Von Avanessian, Armen

Die Phänomene von Land und Stadt werden architekturtheoretisch meist als räumliche oder raumtheoretische Frage behandelt. Mich interessiert jedoch zunächst ihr zeitliches Verhältnis und dann ihre jeweilige Logik, ihre zugleich politische logic of governance wie Mereo-Logik (Mereologie als die seit dem Mittelalter bekannte Lehre von Teil und Ganzem).

Gehören Städte und Länder, Haupt- und Kleinstädte, Bundesländer und Mitgliedsstaaten entgegengesetzten Ordnungen an oder sind sie dialektisch miteinander verbunden? Oder müssen wir ihre komplexen Beziehungen heute mittels eines anderen logischen Operators denken, also nicht im Sinne einer (dyadischen und dialektischen) Reflexion, sondern als Beispiel für (triadische) Rekursion, das heißt der rekursiven Integration von Teilen und Ganzem, die immer einen nicht auflösbaren Rest beinhaltet, eine Differenz produziert.

Wird ein Teil (Einzelnes, Partikulares, Stadt) in ein Ganzes (Allgemeines, Universelles, Land) integriert – oder aus ihm herausgelöst – verändert das sowohl diesen Teil als auch das Ganze. Bisweilen sind Teile sogar „größer“, bedeutender, einflussreicher als das Ganze. 

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