ARCH+ 231


Erschienen in ARCH+ 231,
Seite(n) 84-85

ARCH+ 231

Fallstudie Großherzogtum Luxemburg

Von LISER: Luxembourg Institute of Socio-Economic Research /  Schulz, Christian

Großherzogtum Luxemburg
 
1.
Seit den 1960er-Jahren suchten große US-amerikanische Banken nach Standorten für Dependancen in Europa und siedelten sich schließlich in der Hauptstadt des Großherzogtums Luxemburg an. Ihnen folgten vor allem deutsche und skandinavische Banken, nicht zuletzt aufgrund der gewährten Steuererleichterungen und des strikten Bankgeheimnisses. Viele ließen sich am Rande der Altstadt am Boulevard Royal nieder, dessen gründerzeitliche Villen in der Folge oftmals größeren Bürogebäuden weichen mussten. Aktuell zählt der Standort Luxemburg 142 Banken, von denen die meisten heute auf dem Plateau Kirchberg angesiedelt sind – ein für die Europäische Union und den Finanzsektor entwickeltes Gebiet zwischen Innenstadt und Flug-hafen. Vom Anlagevolumen her entscheidender für die Stabilität des Standorts sind jedoch mittlerweile die fast 4.000 registrierten Investmentfonds, wodurch Luxemburg zum weltweit zweitwichtigsten Handelsplatz nach den USA aufgestiegen ist. Der Finanzsektor ist heute der bedeutendste Wirtschaftszweig des Landes und umfasst etwa 46.000 direkte Arbeitsplätze.
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