ARCH+ 232


Erschienen in ARCH+ 232,
Seite(n) 152-155

ARCH+ 232

PlanBude Hamburg

Von PlanBude

Die in den 1960er-Jahren an der Reeperbahn im Hamburger Hafenbezirk St. Pauli errichteten Esso-Häuser bildeten einen beliebten Treffpunkt in dem Rotlicht-Kiez. Als der Komplex 2009 für einen Neubau abgerissen werden sollte, protestierten Bewohner*innen mit stadtpolitischen Aktivist*innen heftig dagegen. Die breite zivilgesellschaftliche Allianz zwang die Politik und die Investoren dazu, das interdisziplinäre Kollektiv PlanBude mit einem umfassenden unabhängigen und ergebnisoffenen Beteiligungsprozess zu beauftragen. Unter dem Titel Wunschproduktion entwickelte PlanBude eine gemeinschaftliche, basisdemokratische Planung. Mittels Workshops, „taktischen Möbeln“, Modellen aus Lego und Knetgummi und anderen niedrigschwelligen Werkzeugen sammelten sie über 2.000 Beiträge, die ausgewertet und zugespitzt wurden. Der Prozess nutzte Alltagswissen, Bedürfnisse und Ideen der Nachbarschaft, um jenseits politischer oder ökonomischer Vorgaben einen utopischen Überschuss zu generieren, der in die weitere gemeinschaftliche Planung übersetzt wurde.

PlanBude Hamburg / Ausstellungsteam: Margit Czenki, Christoph Schäfer, Renée Tribble, Lisa Marie Zander

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