ARCH+ 232


Erschienen in ARCH+ 232,
Seite(n) 168-169

ARCH+ 232

R-Urban

Von Atelier d'architecture autogérée (AAA)

R-Urban besteht aus einem Netzwerk von Einrichtungen, die von den Bewohner*innen selbst betrieben werden und mit denen die Resilienz in Städten gestärkt werden soll. Das Konzept beruft sich auf den französischen Sozialphilosophen André Gorz, der fordert, dass wir nur das produzieren, was wir verbrauchen, und nur das verbrauchen, was wir produzieren. Eine städtische Landwirtschaft, ein Recycling-Lab und eine gemeinschaftliche Wohneinheit fungieren dabei als Knotenpunkte in einem zirkulären urbanen Stoffwechselsystem. Das Pilotprojekt AgroCité im französischen Gennevilliers dient als Versuchsfeld, um Grundsätze der Kreislaufwirtschaft zu formulieren und die Bürger*innen zu befähigen, aktive „Prosumenten“ zu werden, also zugleich Produzent*innen und Konsument*innen zu sein. Zudem nimmt R-Urban einen politischen Standpunkt zu ökologischen Themen ein und erkennt an, dass Nachhaltigkeit sich nicht in Material- und Energieflüssen erschöpft, sondern darüber hinaus eine soziokulturelle, kognitive und affektive Dimension hat.

Seit 2001 hat das in Paris ansässige Büro Atelier d’Architecture Autogérée (AAA – Büro für selbstverwaltete Architektur) zusammen mit Anwohner*innen mehrere Brachflächen in urbane Gemeinschaftsgärten umgewandelt. Der Anbau von Gemüse ist dabei jedoch nur ein Aspekt der vielschichtigen partizipatorischen Praxis, die zum Ziel hat, ökologische, mikrosoziale und kulturelle Resilienz zu fördern.

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